Switzerland

Regierungschef von Caracas an Covid-19 gestorben, London führt erneute Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich und den Niederlanden ein – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Über 20,9 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 755 600 Infizierte sind verstorben, über 12,7 Millionen genesen.

Die neusten Entwicklungen

  • Der Regierungschef von Venezuelas Hauptstadtbezirk Caracas, Dario Vivas, ist im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das berichteten mehrere venezolanische Medien am Donnerstag (13.8. Ortszeit). Vivas, der das Amt Anfang des Jahres angetreten hatte, wurde 70 Jahre alt. Im Juli war Vivas einer der ersten aus einer Reihe venezolanischer Beamter, Politiker und Militärs gewesen, der öffentlich machte, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Positiv getestet wurden auch der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami. Kommunikationsminister Jorge Rodríguez gab seinen positiven Befund am Mittwoch bekannt. Venezuela verzeichnet rund 30 000 Corona-Infektionen. Mehr als 245 Infizierte sind gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften erheblich höher liegen. Die Pandemie verschärft die soziale Krise in dem südamerikanischen Land noch. Das Gesundheitssystem liegt am Boden.
  • Reisende aus Frankreich, den Niederlanden und Malta müssen sich von Samstag (15.8.)an nach ihrer Ankunft in Grossbritannien wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation begeben. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps sagte der BBC  am Donnerstagabend (13.8.), Grossbritannien könne es sich nicht leisten neue Corona-Infektionen von aussen einzuschleppen. Frankreich ist nach Spanien das zweitliebste Reiseziel der Briten. Schätzungen zufolge dürften sich dort Hunderttausende Briten aufhalten, die nun bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Die Infektionsrate in  Frankreich, den Niederlanden und Malta ist in den vergangenen Wochen wieder gestiegen. 
  • Mit 2935 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden meldet Spanien am Donnerstag (13.8) den höchsten Wert seit Ende Mai. In den vergangenen Tagen hatten die Behörden jeweils etwa nur halb so viele neue Fälle gemeldet. Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln ist die Zahl der aktiven Covid-19-Erkrankten von gestern auf heute um 20 Prozent gestiegen – auf rund 1500. Zudem haben nach der spanischen Region Galizien auch die bei Touristen beliebten Kanarischen Inseln ein weitgehendes Rauchverbot in der Öffentlichkeit erlassen. Ausserhalb der eigenen vier Wände darf auf Teneriffa und den anderen Inseln künftig nur dann geraucht werden, wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern zu nicht im eigenen Haushalt lebenden Personen eingehalten werden kann.
  • Wegen stark steigender Infektionszahlen muss in der belgischen Hauptstadt Brüssel ab sofort überall in der Öffentlichkeit ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Regel gelte für alle Personen, die älter als zwölf Jahre sind, teilte der Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt, Rudi Vervoort, am Mittwoch (12. 8.) mit. Grund sei, dass die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen die Schwelle von 50 pro 100 000 Einwohner überschritten habe. Zuletzt lag der Wert bei 54,4. Brüssel löst somit die belgische Provinz Antwerpen als belgischen Corona-Hotspot ab. Dort waren die Regeln bereits Ende Juli deutlich verschärft worden. Mittlerweile sind die Ansteckungszahlen dort wieder rückläufig.
  • Die Gesundheitsbehörden der chinesischen Stadt Shenzhen haben bei einer Stichprobe importierter gefrorener Hühnerflügel aus Brasilien das Coronavirus nachgewiesen. Dies gaben sie am Donnerstag bekannt. Sämtliche Personen, die womöglich Kontakt mit potenziell kontaminiertem Fleischprodukten gehabt hatten, seien umgehend ausfindig gemacht und getestet worden, hiess es weiter. Die Tests seien alle negativ ausgefallen. Erst vor kurzem hatten chinesische Behörden laut eigenen Angaben das Coronavirus auf importierten Lachs aus Norwegen nachgewiesen.
  • Neuseeland meldet 13 neue Infektionsfälle, die alle in Verbindung zu dem diese Woche neu entdeckten Cluster von vier Personen derselben Familie stehen. Unter den 13 Personen sind laut der Zeitung «NZ Herald» auch vier Kinder, das jüngste vier Jahre alt. «Wie wir aus unserer ersten Erfahrung mit Covid-19 gelernt haben, wächst ein Cluster, wenn man ihn entdeckt, erst einmal, bevor sich das wieder verlangsamt», sagte die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Donnerstag (13. 8., Ortszeit). Neuseeland hatte zuvor über drei Monate lang keine lokalen Coronavirus-Fälle verzeichnet. Das Virus galt als quasi eliminiert, so dass Beschränkungen des täglichen Lebens stark gelockert werden konnten. Sie wurden nun wieder stark verschärft. Zum Bericht über den neuen Cluster in Neuseeland
  • Im südaustralischen Gliedstaat Victoria hat sich die Rate der Neuansteckungen verlangsamt. Dort wurde mit 278 Fällen am Donnerstag (13. 8.) der niedrigste Wert seit drei Wochen vermeldet. Am Vortag betrug die Zahl noch 410. Die Stadt Melbourne verzeichnete acht Tote in den vergangenen 24 Stunden; am Vortag betrug die Zahl im selben Zeitraum 21 – die bisher höchste Zahl pro Tag für Australien in der Pandemie. Auch aus dem benachbarten Gliedstaat New South Wales mit der Millionenstadt Sydney wurden mehrere Dutzend neue Fälle bekannt; in den anderen Gliedstaaten hingegen gilt das Virus als de facto eliminiert. Australien verzeichnet insgesamt rund 22 000 Fälle und 352 Tote.
  • In vielen Schulen auf der Welt haben die Kinder keine Chance, sich die Hände zur Vorbeugung gegen eine Corona-Infektion zu waschen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk Unicef gibt es in 43 Prozent der Schulen keinen Zugang zu Waschbecken mit Seife und fliessend Wasser. 818 Millionen Schüler seien laut der Bilanz von 2019 auf diese Weise einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt, warnten beide Organisationen. Betroffen seien vor allem die Schüler in Afrika. Die Organisationen betonten auch die Notwendigkeit, die Gesundheitsmassnahmen sowie die Folgen eines Lockdowns gegeneinander abzuwägen. «Die negativen Folgen von Schulschliessungen auf die Sicherheit, das Lernen und das Wohlbefinden der Kinder sind breit dokumentiert», heisst es.
  • Ein von Forschern aus Oxford entwickelter Impfstoffkandidat gegen das Coronavirus soll in Argentinien und Mexiko für Lateinamerika hergestellt werden. Nach erfolgreichen Tests und Zulassungen könnte die Substanz im ersten Halbjahr 2021 zur Verfügung stehen. Dies verkündete Argentiniens Präsident Alberto Fernández am Mittwoch (12. 8. Ortszeit). Das argentinische Unternehmen mAbxience werde zum Technologietransfer mit dem britischen Pharmakonzern Astrazeneca, der den Impfstoff in Brasilien testet, zunächst 150 Millionen Dosen des Wirkstoffs herstellen. Die abschliessende Beschichtung soll die mexikanische Firma Liomont übernehmen. Ziel sei es, ganz Lateinamerika ausser Brasilien zu versorgen. Vorrang bekommen medizinisches Personal, Ältere und Menschen in Risikogruppen. In Brasilien wird die Substanz der Universität Oxford schon in der entscheidenden dritten Phase an einer grösseren Gruppe von Personen getestet. Das brasilianische Gesundheitsministerium hatte kürzlich eine ähnliche Vereinbarung mit dem Konzern verkündet.

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen überschreiten 20 Millionen

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Informationen zu den beliebtesten Feriendestinationen finden Sie hier.

Die wichtigsten Antworten zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus finden Sie hier.

Nachdem die Infektionsraten vielerorts zunächst gesunken waren, wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Dadurch sind die Infektionsraten in vielen Ländern wieder gestiegen. Fast alle Grenzen sind für Reisende innerhalb des Schengenraums wieder offen. In vielen Ländern in Europa wächst die Angst vor einer zweiten Welle. Die meisten Regierungen versuchen mit Maskenpflicht, Massentests, Apps und anderen Gegenmassnahmen einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Müssen Sie nach Ihren Ferien in die Quarantäne? Alles Wissenswerte zu den beliebtesten Feriendestinationen der Schweizerinnen und Schweizer erfahren Sie hier.

Deutschland ist nach starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise auf dem Weg zurück in die Normalität. Derzeit lassen Ferienrückkehrer aber die Ansteckungszahlen wieder in die Höhe schnellen. Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen grossen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Frankreich dürfen Restaurants und Cafés wieder öffnen, auch Touristenunterkünfte sind fast alle wieder zugänglich. Im öffentlichen Raum gilt eine Maskenpflicht. Die Regierung stellt zudem kostenlose und rezeptfreie Corona-Tests bereit.

In Österreich gilt die zunächst weggefallene Maskenpflicht seit dem 24. Juli wieder in Supermärkten, Banken und Postfilialen.

In Italien hat die Regierung den Notstand bis zum 15. Oktober verlängert. Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums und des Statistikamtes Istat vom 3. August haben knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper entwickelt, also rund 2,5 Prozent der Bevölkerung.

In ganz Spanien gilt seit Ende Juli eine umfassende Maskenpflicht. Der Schutz muss nicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien angezogen werden – ausser auf den Kanaren.

Grossbritannien hat durch die Corona-Pandemie eine der höchsten Todeszahlen in Europa zu beklagen, es litt im zweiten Quartal zudem am stärksten unter den Folgen des Lockdowns. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpfte von April bis Juni um real 20,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2020, wie das nationale Statistikbüro (ONS) am Mittwoch (12. 8.) schätzte. Ab dem 15.8. müssen sich alle Reisende aus Frankreich, den Niederlanden und Malta für zwei Wochen in Selbstisolation begeben.

Bestätigte Fälle des Coronavirus in europäischen Ländern, nach Status der Patienten (in Tausend)

02004006008001000RusslandSpanienGrossbritannienItalienFrankreichDeutschlandUkraineSchwedenBelgienWeissrusslandRumänienNiederlandePolenPortugalSchweizSerbienMoldauIrlandÖsterreichTschechien

Die Situation in den Benelux-Staaten und in Skandinavien

In den Niederlanden sind sämtliche Schulen und eingeschränkt auch Museen und Cafés wieder offen. Als erste Städte haben Amsterdam und Rotterdam am 5. August eine Maskenpflicht eingeführt.

Seit dem 29. Juli dürfen die Einwohner Belgiens für mindestens vier Wochen nur noch 5 statt 15 Menschen treffen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören. An Veranstaltungen im Freien dürfen künftig maximal 200, im Inneren 100 Personen teilnehmen. An privaten Feiern wie Hochzeiten dürfen nur noch 10 Personen teilnehmen. Zudem empfiehlt der belgische Sicherheitsrat allen Einwohnern, weiterhin möglichst von zu Hause aus zu arbeiten. Seit dem 12. August müssen in Brüssel alle Einwohner überall in der Öffentlichkeit eine Maske tragen.

In Dänemark sind Kitas, Kindergärten und Primarschulen wieder offen. Die Dänen haben die Möglichkeit, sich bescheinigen zu lassen, dass sie das Coronavirus nicht haben, um mit einem negativen Test Quarantänen nach Auslandsreisen zu umgehen.

Schweden wird wegen hoher Fallzahlen von den meisten Nachbarn und EU-Ländern weitgehend isoliert, mit Ausnahme von Dänemark. Der viel kritisierte Sonderweg Schwedens führte zu viermal mehr Todesfällen als im restlichen Skandinavien.

Die Zwischenbilanz zu Schwedens Strategie im Video

Russland hat den weltweit ersten Corona-Impfstoff zugelassen. Das Mittel, das vom Moskauer Gamaleja-Institut entwickelt worden sei, habe die Freigabe des Gesundheitsministerium erhalten, sagt Präsident Wladimir Putin (11. 8.). Die Massenproduktion soll bald gestartet werden können. Der Impfstoff wurde nach weniger als zwei Monaten Erprobung am Menschen zugelassen.

In Tschechien ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen wieder hochgeschnellt. Sollte der negative Trend anhalten, will die Regierung wieder flächendeckende restriktive Massnahmen einführen.

Weil in der Türkei die Zahlen jüngst wieder angestiegen sind, ist in 42 Provinzen eine generelle Maskenpflicht eingeführt worden. Die türkische Ärztevereinigung zweifelt die offiziellen Corona-Fallzahlen der Regierung in Ankara an. Die Türkei befindet sich demnach anders als offiziell vermittelt auf einem neuen Höhepunkt der Infektionszahlen.

Die Situation auf dem Balkan

In Serbien gilt seit Anfang Juli erneut der Notstand für die Hauptstadt Belgrad und weitere Städte.

In Rumänien werfen die Medien der Regierung vor, aus wahlkampftaktischen Gründen verfrüht Mitte Mai die Vorsichtsmassnahmen gelockert zu haben.

Bulgarien hebt wegen stark steigender Infektionszahlen die Lockerungen wieder auf. So dürfen Bars und Klubs nur noch im Freien öffnen, Fussballspiele müssen ohne Publikum stattfinden. In geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen gilt eine Maskenpflicht.

Auch in Griechenland steigen die Fallzahlen erneut. Daher verlangen die Griechen negative Corona-Tests von Einreisenden aus Schweden, Belgien, Spanien, den Niederlanden und der Tschechischen Republik. Ab dem 17. August soll diese Regelung in Kraft treten. Zudem müssen alle auf dem Landweg einreisenden Personen ab dem 17. August einen negativen Corona-Test vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der negative Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Die überfüllten Internierungslager für Migranten auf den ostägäischen Inseln sind bisher von Coronavirus-Ausbrüchen verschont geblieben.

Die USA verzeichnen mehr als fünf Millionen bestätigte Infektionen – das ist ein Rekord. Mit nur 4 Prozent der Weltbevölkerung stellen die Vereinigten Staaten mehr als einen Viertel der Infektionen. Die Zahlen für Infektionen, Hospitalisierungen und Tote liegen weit über denjenigen anderer moderner Industriestaaten.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zur Analyse.

Präsident Donald Trump drängt seit Monaten auf eine umfassende Wiedereröffnung der Wirtschaft sowie auf eine Öffnung aller Schulen im Land nach den Sommerferien. Seit kurzem propagiert er das Maskentragen als patriotischen Akt. Die Grenzen der USA mit Kanada und Mexiko sollen bis mindestens zum 20. August geschlossen bleiben.

Während sich der amerikanische Präsident Donald Trump regelmässig über den Rat der Gesundheitsexperten hinwegsetzt und eine Strategie im Umgang mit dem Virus vermissen lässt, bewegen sich in Kanada Politik, Gesundheitsbehörden und Mediziner weitgehend im Gleichschritt. Premierminister Justin Trudeau verwies bei seinen Entscheidungen stets auf den Rat der Experten, parteipolitisch wurde das Virus nicht instrumentalisiert.

Das Coronavirus breitet sich in Lateinamerika wie ein Lauffeuer aus, ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. Trotz monatelanger Quarantäne haben viele Länder den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Regionale Charakteristiken geben Erklärungen dafür: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in Lateinamerika im informellen Sektor. Es handelt sich um Hausangestellte oder Strassenhändler. Ausgangssperren sind für sie keine Option. Sie müssen das Haus verlassen, um Geld zu verdienen und essen zu können. Covid-19 droht laut der Uno in Lateinamerika eine «Hungerpandemie» auszulösen. Die Wohnsituation manifestiert sich in dieser Pandemie als weiteres Problem. Viele Menschen leben in den Armenvierteln von Ballungszentren auf engem Raum, was die Verbreitung des Virus begünstigt. Weil auch bei Politikern die Angst vor Armut und Hunger grösser ist als jene vor der Pandemie, kommt es mancherorts zur verfrühten Lockerung von Isolationsmassnahmen.

Die Ausbreitung des Coronavirus in Peru, Chile und Ecuador hat im Gegensatz zu Brasilien wenig internationale Aufmerksamkeit erhalten. Der südamerikanische Riese weist in absoluten Zahlen zwar am meisten Infizierte und Todesfälle in der Region auf. Doch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sind Peru und Chile inzwischen stärker vom Virus betroffen.

Brasilien ist nach den USA das Land mit den zweitmeisten Infizierten. Brasilien testet sehr wenig, weshalb von einer weit höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen legen nahe, dass sich mindestens sieben Mal so viele Menschen infiziert haben. Besonders betroffen sind indigene Volksgruppen. Trotz den hohen Ansteckungszahlen sind die Grenzen für Flugreisende aus dem Ausland wieder geöffnet (29. 7.). Auch viele lokale und regionale Einschränkungen sind wieder gelockert worden.

Neben den Ländern mit dramatischem Verlauf gibt es in Lateinamerika drei Staaten, welche die Pandemie bisher erstaunlich gut überstanden haben: Uruguay, Paraguay und Costa Rica.

Einen tiefergehenden Überblick über die Situation in lateinamerikanischen Ländern finden Sie hier.

China galt Anfang des Jahres als das Zentrum der Pandemie. Durch einschneidende Massnahmen hat das Land das Virus unter Kontrolle bekommen – wie viele andere asiatische Länder auch. Allerdings steigen in vielen Regionen Asiens die Infektionszahlen wieder. Mehrere Länder kämpfen darum mit neuen Massnahmen gegen eine zweite Welle.

China meldet wieder so viele Fälle wie letztmals Ende April

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

Indien liegt mit mehr als 2 Millionen bekannten Infektionen weltweit auf Platz drei der meistbetroffenen Länder. Trotzdem lockert das Land die Einschränkungen, da Millionen von Menschen arbeitslos geworden sind und Angst haben zu verhungern.

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Das Land hat die Pandemie gut unter Kontrolle.

Nordkorea hat die Abriegelung der Grossstadt Kaesong an der innerkoreanischen Grenze wegen eines Corona-Verdachtsfalls nach drei Wochen wieder aufgehoben. Die Regierung hatte Ende Juli für fast 300 000 Personen Quarantäne angeordnet. Das Land zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Nordkorea Tests durch, die Schulen sind geschlossen, im öffentlichen Leben gilt eine Maskenpflicht.

In Japan steigt die Zahl der registrierten Neuinfizierten nach der Aufhebung des landesweiten Notstandes am 25. Mai wieder an.

Auch in Australien nimmt die Zahl der Infizierten wieder zu. Nach erneuten Ausbrüchen sind in verschiedenen Teilen des Landes wiederholt weitreichende Einschränkungen verhängt worden. Ebenso hat die Regierung in Neuseeland angesichts der ersten Corona-Fälle seit mehr als drei Monaten die Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus verschärft.

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. Dort gibt es vereinzelte Fälle.

Iran und Israel gehören zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern der Welt. Die Region läuft Gefahr, hart getroffen zu werden, wenn sich das Virus weiter stark ausbreiten sollte. Einige wohlhabende Länder, vor allem Israel und die Golfstaaten, können ihre Gesundheitssysteme wohl vorbereiten. Ärmere Länder, jene unter Sanktionen, im Kriegszustand oder mit riesigen Flüchtlingsbevölkerungen stehen vor einer Tragödie.

Iran hatte sich kurz nach Beginn der Pandemie zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit entwickelt. Schiitische Pilger trugen das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die mit Abschottungsmassnahmen reagierten.

In Iran steigt die Zahl der aktiven Fälle an

Bestätigte Coronavirus-Fälle, nach Status der Patienten (in Tausend)

In Afrika ist die Todesrate relativ niedrig, was mit den frühen Beschränkungen sowie der mehrheitlich jungen Bevölkerung (60 Prozent sind jünger als 25 Jahre alt) zu tun haben könnte. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie über eine Million Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: 7. August).

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen werden unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Versicherungen gibt es kaum, versprochene Staatshilfen kommen – wenn überhaupt – zu spät an. Dies führte zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewalttätig niedergeschlagen.

Ägypten lässt ausländische Reisende ins Land. Der Tourismus bleibt jedoch auf drei Küstenprovinzen beschränkt.

Das grosse Rennen ist eröffnet. Viele verschiedene Forschergruppen beteiligen sich am Wettlauf. Bis Ende Jahr könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen und bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen. An rund 200 möglichen Impfstoffen wird geforscht, ein knappes Dutzend wird bereits an Menschen getestet.

Russland hat indessen den ersten Covid-19-Impfstoff schon bewilligt. Nach weniger als zwei Monaten mit Tests an Menschen hätten die Behörden dem weltweit ersten Corona-Impfstoff die Genehmigung erteilt, erklärte der russische Präsident Wladimir Putin (11. 8.). Der Schritt ebne den Weg für eine Massenimpfung, auch wenn die letzten Phasen der klinischen Studien zur Prüfung der Sicherheit und der Wirksamkeit noch fortgesetzt würden. Es gibt allerdings Bedenken, dass Russland das nationale Prestige vor Wissenschaft und Sicherheit stelle. Die Zulassung in einem so frühen Stadium widerspricht internationalen Kriterien.

Die wichtigsten Antworten zur Entwicklung eines Impfstoffs finden Sie hier

Die neuesten Erkenntnisse aus aktuellen Studien finden Sie hier.

Das Virus hat das Wirtschaftsleben rund um den Globus zeitweise fast zum Erliegen gebracht. Die Folgen sind dramatisch – auch für die grossen Industrieländer. Inzwischen gibt es aber erste Lichtblicke.

Analytiker gehen daher von unterschiedlichen Entwicklungen in Europa und den USA aus. Im ersten Vierteljahr war die amerikanische Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits wieder Zeichen einer Erholung. Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. In der Euro-Zone hingegen gehen Ökonomen davon aus, dass mit dem Konjunktureinbruch im zweiten Quartal der Tiefpunkt erreicht ist.

Um die Konjunktur zu stützen, wurden grosse Hilfspakete geschnürt. So haben sich die Mitgliedstaaten der EU auf ein Hilfspaket in Höhe von 540 Milliarden Euro geeinigt. Zudem haben sich die Staats- und Regierungschefs auf einen Aufbaufonds von 750 Milliarden Euro und ein Sieben-Jahre-Budget von 1074 Milliarden Euro geeinigt. Viele Notenbanken haben ebenfalls ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und den Konsum anzukurbeln.

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise

Anfang Januar teilte die WHO mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Laut verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan Ende November oder Anfang Dezember aufgetreten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sind.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden ist. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich dieserart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen von Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden ist, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet.

Wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat

Zum Zeitpunkt Erkrankte (ohne Geheilte/Tote) pro Land oder chinesische Provinz

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («severe acute respiratory syndrome coronavirus 2»). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde Covid-19 («coronavirus disease 2019») genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die den Erreger Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den zwanzig wichtigsten Begriffen in Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Mitarbeit: toc., wej., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., lat., ela., koa., nth., joe., cke. ful., nad., ebl., lat., wde., fma., med., vmo., bet., ann., win. mit Agenturmaterial

Football news:

Rakitic über den Europa-Supercup: ich Will die Bayern leiden lassen
Es stellt sich heraus, dass in Italien ein Buch über Streltsov geschrieben wurde - wir waren auch überrascht! Und Sie fanden heraus, warum er plötzlich den sowjetischen Helden wählte
Suarez-Prüfer: wir haben ihm keine Fragen gegeben. Der Lehrer der Universität von Perugia, Lorenzo Rocca, der die Prüfung bei Atletico-Stürmer Luis Suarez nahm, sagte, der Uruguayer habe die Testfragen im Vorfeld nicht weitergegeben
Havertz über Barnsley: Das ist nur der Anfang, ich will noch mehr Tore machen
RFS-Barnaul Dynamo: die Zahlungen für Sobolev müssen an Spartak
Barcelona-Suarez: Danke für diese 6 Jahre! Der Spieler wechselte zum FC Barcelona und dankte Stürmer Luis Suarez, der am Vortag zu Atlético gewechselt war
Der 18-jährige wird in der ersten Mannschaft von Spartacus Schilzow berufen (Sport24). Der Mittelfeldspieler der a-Jugend von Spartak Moskau, Konstantin Schilzow, wird in den kommenden Tagen mit dem Hauptverantwortlichen der rot-weißen arbeiten. Trainer Domenico tedesco hat den 18-jährigen nach dem 3:1 (1:0) gegen den FC Tambow in die erste Mannschaft berufen, berichtete Sport24. Zum ersten mal war Schilzow im Juni nach dem Transfer von Ayaz Gulijew ins Training mit dem FC Spartak Moskau geholt worden