Switzerland

Skiakrobat Noé Roth trainiert den «Hurricane»: Mit diesem Sprung ist Olympia-Gold garantiert

Wie einst Simon Ammann (39) will Noé Roth (19) zu einem Höhenflug ansetzen. Nicht aber im Skispringen, sondern in der Skiakrobatik. Eine Sportart, die in der Schweiz zu wenig Aufmerksamkeit geniesst. Warum eigentlich? Die Ästhetik der Sprünge, die Schnelligkeit der Umdrehungen nimmt einem beim Zuschauen den Atem. Wie viele Schrauben waren das noch gleich? Das Zählen überlässt man lieber dem geschulten Auge des Fachmannes.

Noé brach letztes Jahr seine KV-Lehre ab, um sich voll und ganz auf seinen Sport konzentrieren zu können. «Ich war schon immer ein Bewegungsmensch. Das Rumsitzen und Arbeiten am Computer lag mir einfach nicht», gesteht der 19-Jährige. Im April besuchte Noé dann die Spitzensport-RS in Magglingen.

Aufgewachsen ist Noé in Baar im Kanton Zug. Bereits als kleiner Junge sah er seiner Mutter Colette Brand und seinem Vater Michel Roth beim Springen zu. Beide sind ehemalige Skiakrobaten, die Mama holt 1998 in Nagano Olympia-Bronze. Jetzt fliegt ihr Sohn wie ein Wirbelsturm durch die Aeriels-Szene.

2019 der Weltmeister-Titel in der Mannschaft, Bronze im Einzel, im März dann der erste Weltcup-Sieg und der damit verbundene Triumph im Aerials-Weltcup – Roth ist bereits der Herr der Lüfte. Doch Noé will noch mehr, bereitet sich aktuell auf die neue Saison vor. Mit einem ganz besonderen Kunststück.

Noé übt den schwierigsten Sprung überhaupt

Punkt 09.00 Uhr in Mettmenstetten. Das Training für die Skiakrobaten beginnt. Doch vom Hoffnungsträger fehlt jede Spur. «Noé steht im Stau, verspätet sich etwas», sagt Vater und Aeriels-Cheftrainer Michel Roth.

Nach und nach trudeln die Athleten ein, zum Schluss auch Noé. Er zieht seinen Töffhelm aus und betritt mit einem breiten Lächeln das Trainingsgelände. «Heute wird ein guter Tag, der Hurricane sollte möglich sein», versichert der 19-Jährige, spricht dabei aber nicht von einem tropischen Wirbelsturm.

Der sogenannte «Hurricane» gehört zu den schwersten Sprüngen überhaupt. Als «Full-tripple-full-full» wird er in der Fachsprache bezeichnet. Vereinfacht: Salto mit ganzer Schraube, Salto mit drei Schrauben, Salto mit ganzer Schraube. Gelingt Noé dieser Sprung, ist der Traum einer olympischen Medaille zum Greifen nah.

Dafür arbeitet der 19-Jährige hart. Auch im Sommer, wenn die Saison-Vorbereitung statt auf einer Schnee- auf einer Wasserschanze stattfindet. In jedem Training probiere er diesen Sprung aber keineswegs. Seine Tagesform entscheidet. Ist er im Kopf bereit und bringt die einfacheren Sprünge zuvor sauber ins Wasser, wagt er den «Hurricane».

Heute ist eben solch ein guter Tag. Schon die ersten Sprünge klappen einwandfrei. Auch die Vorübung, also eine Schraube weniger im zweiten Salto, sitzt. «Genau so Noé, beim Absprung kannst du dich noch etwas mehr aufrichten», ruft Michel Roth seinem Sohn beim Hochlaufen hinterher.

Die Momente vor dem Absprung

Dann wird es ernst. Der neben dem Schauplatz eher schüchtern wirkende Noé weiss jetzt genau was zu tun ist. Er steigt die Treppen der Schanze bis zum Schluss hoch. Für dieses Kunststück braucht er die maximale Höhe. Er geht kurz in sich, geht den Ablauf noch einmal im Kopf durch, richtet sich auf, stösst sich ab und schiesst die Rampe hinunter. Er verschwindet kurz, ehe er wie eine Rakete in den Himmel steigt. 12 bis 14 Meter hoch. Bis in die Zehenspitzen gespannt wirbelt er durch die Luft.

Eine Sprudelanlage am Grund des Schwimmbeckens sorgt für die nötige Orientierung und einen einigermassen weichen Aufprall. Für den Zuschauer unvorstellbar, doch Noé weiss während des gesamten Sprunges, wo er ist. Nach jedem vollendeten Salto schaut er die Wasseroberfläche an, kontrolliert das Geschehen. Dann landet er, taucht ab und wird anschliessend von einem tosenden Applaus seiner Trainingskollegen an der Wasseroberfläche empfangen. Der «Hurricane» ist vollbracht, ein weiteres Mal.

Nur ein Athlet zeigte diese Salto-Schrauben-Kombination jemals in einem Wettkampf. Es war der US-Amerikaner Jeret Peterson (†29), der sich 2011 das Leben nahm. Nun ist ein 19-jähriger Schweizer dabei, dieses Kunststück zu perfektionieren. «Diesen Winter werden wir den Hurricane noch nicht zeigen», meint Noés Vater. Er werde ihn eine weitere Sommersaison ins Wasser trainieren.

Olympia als grosse Bühne

Das Fundament ist gelegt. Noé übte den Sprung einst auf einem Trampolin mit Bungee-Seilen, mittlerweile springt er ihn schon nahezu perfekt ins Wasser. Es fehlt nur noch der letzte Schritt. «Viel wird sich auf dem Schnee nicht ändern. Klar ist es etwas riskanter, vom Ablauf her ist es aber genau das gleiche», meint der 19-Jährige.

«An den Olympischen Spielen 2022 in Peking werden wir den Hurricane zeigen», ist sich Vater Michel Roth sicher. Es ist das grosse Ass im Ärmel des Zugers. Die Chancen auf Olympisches Edelstahl könnten besser nicht sein.

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