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TV-Serie «Motel»: Heute lachen wir über die Aufregung von damals

Es lohnt sich, wieder mal reinzuschauen: Nicht weil die 40 Folgen «Motel» aus dem Jahre 1984, die SRF derzeit am Samstagnachmittag wiederholt, gut gealtert wären. Aber die Reihe, die damals im Schnitt 820 000 Zuschauer vor den Bildschirm lockte, ist ein Zeitdokument.

Ort der Handlung war eine Gaststätte am Autobahnkreuz Egerkingen im Kanton Solothurn. Kein besonders einladender Ort. Woche für Woche wurde eine neue Episode mit der damals neuen Videotechnik gedreht. Die Serie wurde heftig kritisiert. Die erzählten Geschichten seien trübselig, die Handlung hölzern. Nur Tränen und Gejammer. Der BLICK schoss sich auf «Motel» ein – dank oder wegen ihm wurde die Serie zum Strassenfeger.

Etwas ist klar: Über den schüchternen Kuss zwischen Peter Freiburghaus als Paul Dutoit und Dany Levy in der Rolle von Peperoni in Folge 15, der damals als unmoralisch empfunden wurde, können wir heute nur noch lachen. Und es ist kaum nachvollziehbar, dass eine nur angedeutete Bettszene zwei Episoden später zwischen Jörg Schneider als Koni Frei und Silvia Jost als Erika Brunner, in der kurz ihr Busen aufblitzte, eine breite Empörung auslöste.

«Motel» wollte damals gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen – so wie sie die ARD-«Lindenstrasse» ab 1985 ebenfalls tat. Das war der Zeitgeist. Vieles davon wirkt aus heutiger Sicht erzwungen, aufgesetzt. Manchmal wünscht man sich aber ein mutigeres Fernsehen zurück, in der uns nicht alle Serien gleichförmig und mit schönem Personal entgegenstreamen. Die Videobilder von «Motel» mögen heute fahl und düster wirken – aber sie sind wenigstens authentisch.

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