Switzerland

Vier von fünf wollen wegziehen

Vier von fünf Mitholzern wollen das Dorf verlassen, falls die Räumung der Munition tatsächlich 10 Jahre dauert. Das geht aus der Mitwirkung hervor.

Blick auf das Siedlungsgebiet in Mitholz mit der Bahnlinie der BLS und dem Fels, in dem das ehemalige Munitionslager untergebracht war (links).

Blick auf das Siedlungsgebiet in Mitholz mit der Bahnlinie der BLS und dem Fels, in dem das ehemalige Munitionslager untergebracht war (links).

Foto: Claudius Jezella

Ende Mai ging die Mitwirkung zur Räumung der Munitionsrückstände in Mitholz zu Ende. Nun liegt die Auswertung der eingegangenen Rückmeldungen vor. Wie das Verteidigungsdepartement VBS in einer Medienmitteilung schreibt, beurteilt die Bevölkerung die Betroffenheit und die Belastung durch die Räumung als sehr gross: Über 70 Prozent der Antwortenden gaben an, dadurch eine mittlere, grosse oder sehr grosse Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erleiden.

Die Räumung hat Auswirkungen auf die Zukunftsplanung eines Grossteils der Mitholzer Bevölkerung: Bereits bei einem Evakuierungszeitraum von mehr als einem Jahr würde gut die Hälfte der Antwortenden aus Mitholz wegziehen, bei zehn Jahren sind es mehr als 80 Prozent. Eine Mehrheit möchte bei einem Wegzug jedoch in der Region bleiben. Auch das geht aus den Antworten hervor. Die Betroffenen erwarten vom VBS dabei Unterstützung und umfassende finanzielle Entschädigung.

Kritik an langer Dauer

Auf Kritik stösst insbesondere die lange Dauer der Räumung, die sich inklusive Vormassnahmen wohl über mehr als 20 Jahre erstrecken wird. Das Räumkonzept an und für sich wird gemäss VBS unterschiedlich beurteilt. Die Hälfte der Teilnehmenden aus Mitholz sprechen sich für eine grossflächige Überdeckung der Anlage aus, in Kandersteg sind es sogar zwei Drittel. Im restlichen Kandergrund fallen die Voten zur Überdeckung mehrheitlich negativ aus. Eine Überdeckung käme als Notfallplan dann infrage, wenn sich eine Räumung als nicht machbar erweisen sollte.

«Die Hälfte der Teilnehmenden aus Mitholz sprechen sich für eine grossflächige Überdeckung der Anlage aus.»

Keine Option dagegen sind für einen Grossteil der Betroffenen Schutzbauten direkt an ihren Häusern. Auch die Tragbarkeit von Sperrungen des Strassen- oder Schienenverkehrs wird gemäss VBS als sehr gering beurteilt. Dies gehe auch aus den Rückmeldungen der kantonalen und lokalen Behörden sowie der Tourismuskreise hervor.

Grosse Zustimmung erhalten daher die Schutzbauten für die Bahnlinie. «Bei den Schutzmassnahmen für die Strasse besteht auf allen Seiten eine klare Präferenz für eine Untertunnelung oder neue Linienführung, um Mitholz dauerhaft vom Durchgangsverkehr zu entlasten», schreibt das VBS.

Gute Noten stellen die Befragten dem neuen Mess- und Alarmierungssystem zur Überwachung des einstigen Munitionslagers aus. Auch die Notfallplanung und die Kommunikation der Behörden werden vorwiegend positiv beurteilt.

Behörden halten an Räumung fest

Die Behörden, die in der Arbeitsgruppe Mitholz vertreten sind, äussern sich in ihren Stellungnahmen grundsätzlich zustimmend zum Räumungskonzept und sichern zu, die bisherige Zusammenarbeit fortzuführen. Die Räumung der Munitionsrückstände als Ziel werde nicht in Frage gestellt, steht in der der Mitteilung.

«Gute Noten stellen die Befragten dem neuen Mess- und Alarmierungssystem zur Überwachung des einstigen Munitionslagers aus.»

Die Ergebnisse der Mitwirkung fliessen in den Bericht des Projekts «Variantenevaluation Mitholz» ein, der eine Grundlage für den Antrag an den Bundesrat bilden wird. Die Regierung soll im vierten Quartal dieses Jahres über das Vorhaben befinden.

Die Mitwirkung war mit dem Informationsanlass vom 25. Februar gestartet worden. Das VBS hatte die Bevölkerung und die Gewerbebetriebe von Kandergrund und Kandersteg sowie auswärtige Eigentümer und Eigentümerinnen von Liegenschaften in Mitholz dazu eingeladen. Die Rücklaufquote der Fragebogen betrug in Mitholz 56, in Kandergrund 17 Prozent. In Kandersteg nahm ein Viertel der Bevölkerung die Gelegenheit zur Mitwirkung wahr.

( PD )

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