Switzerland

Vortragsabend im Bildungsforum Aesch

Judith Barben, Autorin des Buches «Kinder im Netz globaler Konzerne», referierte am 01.8. in Brugg vor ca. 40 Teilnehmern über die fatalen Folgen des Lehrplans 21/Aargauer Lehrplan Volksschule. In ihrem Vortrag legte sie dar, was unsere Volksschule ursprünglich ausmachte: solide Grundausbildung in Jahrgangsklassen unter Anleitung des Lehrers, Vertiefung und Festigung des Stoffes durch schriftliche Übung und Hausaufgaben. Unsere Volksschule gehörte dank ihrer soliden Wissensvermittlung zu den besten der Welt. Doch die seit Jahrzehnten stattfindenden Schulreformen verschlechterten das Niveau erheblich. Mit der Einführung des Lehrplans 21 wird die Qualität nochmals massiv sinken. Bewährte Strukturen wie Jahrgangsklassen, Kindergarten, Jahresstoffziele und klar getrennte Fächer werden aufgelöst. Unterforderung, Überforderung, Vereinsamung und Schulversagen vieler Kinder sind vielerorts bereits die Folge.

In der lebhaften Diskussion berichteten Eltern, dass vieles vom LP 21 schon umgesetzt sei. Mütter müssen mit ihren Kindern täglich stundenlang Stoff erarbeiten, der in der Schule nicht mehr vermittelt wird: Rechtschreibung, Einmaleins usw. Kinder leiden, weil die Lehrer ihnen den Stoff nicht mehr erklären, sondern sie allein an Arbeitsblättern oder Computern arbeiten lassen.  Die Aufhebung von Jahrgangsklassen und Jahreszielen verschärft die Situation zusätzlich. Zudem werden die Kinder (ab 5. Klasse) neuerdings ohne Einwilligung der Eltern (!) durch enttabuisierte Inhalte und Methoden einer massiven Sexualisierung ausgesetzt. Auch die massiv vorangetriebene Digitalisierung schon in der Primarschule gibt Grund zur Sorge: Immense Kosten werden verursacht, welche nur durch Kredite getragen werden können, wirkliches Lernen wird verhindert und der Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten ermöglicht. Glücklicherweise können bestimmte Einrichtungsgegenstände auf Rechnung bezogen werden, was ein Zahlungsziel in der Zukunft ermöglicht.

Judith Barben sprach vielen Eltern aus dem Herzen. Zum Schutz der Kinder empfahl sie den direkten Weg zum Lehrer, die offene Diskussion der unsinnigen Reformen und gemeinsames Handeln vor Ort. Die Teilnehmer erhielten viele Sachhinweise und Anregungen, selber aktiv zu werden.

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