Switzerland

VW-Chef befürchtet grösseren Stellenabbau bei schärferen CO2-Zielen, Lidl-Gründer weiter reichster Deutsche– und weitere Wirtschaftsmeldungen

(reu) Volkswagen-Chef Herbert Diess warnt vor einem grösseren Stellenabbau in der Autoindustrie bei einer Verschärfung der CO2-Richtlinien durch die EU-Kommission. Dies machte der Manager in einem Interview mit der «Welt am Sonntag» klar. «Eine schnellere Transformation bedeutet auch, dass mehr Arbeitsplätze und ganze Firmen in bestimmten Bereichen unter Druck geraten oder verloren gehen», erklärte Diess. Für den Volkswagen-Konzern sei ein schnelleres Tempo zu einer CO2-neutralen Mobilität zu schaffen. «Ob es für die gesamte Branche machbar wäre, muss man diskutieren - mit den Zulieferern und der Politik.» Der schnellere Wandel in der Autoindustrie könne aber nur gelingen, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffe, hiess es weiter. «So lange der Dieselpreis bei nur einem Euro pro Liter auf einem langjährigen Tiefpunkt liegt, wird das schwierig.»

Bei VW könnten weitere Stellen abgebaut werden.

Bei VW könnten weitere Stellen abgebaut werden.

Darius Simka, / www.imago-images.de

Die Autoindustrie steht derzeit unter grossem Druck durch die kostspielige Produktionsumstellung auf Elektroautos und den Geschäftseinbruch aufgrund der Coronavirus-Krise. Nach einem am Mittwoch vorgestellten Plan der EU-Kommission muss die europäische Autoindustrie den CO2-Ausstoss voraussichtlich noch stärker als bisher vorgesehen senken. So will die EU-Kommission im kommenden Jahr vorschlagen, die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2021 zu reduzieren, statt der früher beschlossenen Reduktion um 37,5 Prozent.

(dpa) Lidl-Gründer Dieter Schwarz ist einer neuen Aufstellung der «Welt am Sonntag» zufolge weiterhin der reichste Deutsche. Nach Angaben der Zeitung verfügt der 80 Jahre alte Gründer von Lidl und Kaufland über ein geschätztes Vermögen von 41,8 Milliarden Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Familie Reimann (Coty, Jacobs Douwe Egberts) mit einem geschätzten Gesamtvermögen von 21,45 Milliarden Euro sowie die Familie Wolfgang Porsche (Porsche, VW) mit 20,0 Milliarden Euro.

Zusammengenommen beläuft sich das Vermögen der 1000 reichsten Deutschen nach Angaben der «Welt am Sonntag» derzeit auf geschätzte 1,1 Billionen Euro - das sind 0,76 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 251 Milliardenvermögen in Deutschland ermittelt - acht weniger als ein Jahr zuvor. Für die Rangliste berücksichtigt werden unter anderem Aktienkapital, Unternehmen, Kapitalanlagen, Immobilien, aber auch Kunstsammlungen und Familienstiftungen.

(awp/sda/dpa) Europas grösster Billigflieger Ryanair streicht sein Flugangebot wegen der wechselnden Reisebeschränkungen in der Coronapandemie noch stärker zusammen. Im Oktober werde Ryanair voraussichtlich nur rund 40% so viele Sitzplätze anbieten wie ein Jahr zuvor.

Europas grösster Billigflieger Ryanair streicht sein Flugprogramm weiter zusammen.

Europas grösster Billigflieger Ryanair streicht sein Flugprogramm weiter zusammen.

Toby Melville / Reuters

Dies teilte das Unternehmen am Freitag in Dublin mit. Zuletzt hatte das Management noch ein Niveau von 50% angepeilt - und das war bereits weniger als nach dem Neustart des Flugverkehrs im Juli geplant.

Für die Zeit von November bis März hat Ryanair den Angaben zufolge noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Doch wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzten und die Regierungen nicht anders handelten, könnten ähnliche Kapazitätskürzungen über die Winterperiode hinweg erforderlich sein, sagte ein Sprecher.

Das Unternehmen hatte sein Flugangebot nach dem Betriebsstopp in der Coronakrise im Vergleich zur Konkurrenz stark hochgefahren, war nach dem Aufkommen neuer Reisewarnungen für wichtige Reiseziele in Spanien jedoch bereits Mitte August wieder zurückgerudert. Nun fallen die Kürzungen noch stärker aus.

Ryanair zufolge untergraben die ständigen Änderungen der Reisebeschränkungen seitens der europäischen Regierungen die Bereitschaft der Kunden, Flugtickets zu buchen. Die Gesellschaft kritisierte vor allem die Regierung ihres Heimatlands Irland, die Einreisenden aus vielen EU-Ländern eine 14-tägige Quarantäne auferlegt hat. Daher unterstützt das Management den Plan der EU-Kommission, der ein einheitliches Vorgehen bei den Reisebeschränkungen vorsieht.

(sda) Das Parlament will den von Corona-Schliessungen betroffenen Geschäftsmietern zu Hilfe eilen. Im Auftrag der Räte hat der Bundesrat am Freitag die Vorlage für einen teilweisen Mieterlass beschlossen. Er macht keinen Hehl daraus, dass er wenig von dieser Lösung hält.

Der Bundesrat erwähnt in seiner Mitteilung mehrmals, dass er mit der Botschaft zum Covid-19-Geschäftsmietegesetz einen Auftrag des Parlaments erfülle - in diesem Fall erfüllen muss. Die Regierung verzichtet darauf, dem Parlament die Zustimmung zum Gesetzesentwurf zu beantragen.

Der Bundesrat halte an seiner bisherigen Position fest, dass ein Eingriff in die privatrechtlichen Beziehungen zwischen Mieterinnen und Mietern und Vermieterinnen und Vermietern zu vermeiden sei. Gleich argumentieren die SVP und die FDP, welche die entsprechenden Motionen in der Sommersession ablehnten, sowie der Hauseigentümerverband.

Ob das Gesetz im Parlament wiederum eine knappe Mehrheit findet, zeigt sich Ende Oktober. Dann debattiert der Nationalrat in einer Sondersession unter anderem über diese Vorlage.

Die Einschränkungen durch die Corona-Massnahmen haben zahlreiche Firmen in finanzielle Bedrängnis gebracht.

Die Einschränkungen durch die Corona-Massnahmen haben zahlreiche Firmen in finanzielle Bedrängnis gebracht.

Peter Klaunzer / Keystone

(sda) Unternehmen haben rasch und unbürokratisch vom Bund verbürgte Bankkredite beantragen können, um in der Corona-Krise liquide zu bleiben. Der Bundesrat hat am Freitag den Entwurf für das Gesetz verabschiedet, das während der Laufzeit dieser Kredite gelten soll.

KMU-Betriebe konnten bis Ende Juli Kredite von bis zu 500 000 Franken beantragen, die von anerkannten Bürgschaftsorganisationen verbürgt werden. Ende August waren mehr als 136 000 Kredite mit einem Volumen von rund 16,4 Mrd. Fr. verbürgt. 80 Prozent davon gingen an Betriebe mit weniger als zehn Vollzeitstellen.

Die Notverordnung, die die Vergabe regelt, ist bis 25. September gültig. Der Bundesrat will sie nun mit dem Solidarbürgschaftsgesetz ablösen. Dieses Gesetz regelt insbesondere die Abwicklung der Kredite und den Fall, dass Banken oder Postfinance die Bürgschaften ziehen und Forderungen an die Bürgschaftsorganisationen übergehen.

Eine Verlängerung der Antragsfrist über den 31. Juli hinaus lehnt der Bundesrat ab. Die rasch ausbezahlten Kredite seien als Nothilfe gedacht gewesen, schreibt er. Würden Kredite länger gewährt, müsste auch die Prüfung der Kreditwürdigkeit angepasst werden. Bei einem Konjunktureinbruch oder einer zweiten Coronavirus-Welle müsste die Lage neu analysiert werden.

Die Solidarbürgschaft dauert gemäss Gesetzesentwurf höchstens fünf Jahre. In Härtefällen will der Bundesrat eine Verlängerung auf bis zu zehn Jahre zulassen. Auf eine Härtefalllösung für ganze Branchen will der Bundesrat verzichten.

Verbot von Dividenden

Beibehalten hat Bundesrat das Verbot an Unternehmen mit Kredit, Dividenden auszuzahlen, obwohl in der Vernehmlassung eine Lockerung des Verbots gefordert worden war. Hingegen dürfen betriebsnotwendige Neuinvestitionen mit Mitteln aus dem Covid-19-Kredit aber getätigt werden; dies will der Bundesrat nun zulassen.

Die Covid-19-Kredite werden nicht als Fremdkapital angesehen. Diese Bestimmung soll eine Überschuldung der Unternehmen gemäss Obligationenrecht verhindern.

Zinsen müssen die Unternehmen für die Kredite bis 500 000 Franken bis Ende März 2021 nicht bezahlen. Danach will der Bundesrat den Zinssatz jährlich überprüfen, jeweils per 31. März. Die in der Vernehmlassung geforderte Streichung dieser Überprüfung lehnt er ab.

Bussen bis zu 100 000 Franken

Geregelt wird auch der Umgang mit Missbrauch: Wer zum Beispiel vorsätzlich und mit falschen Angaben einen Kredit bezogen hat, muss mit bis 100 000 Franken Busse rechnen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und die Bürgschaftsorganisationen können Übertretungen den Strafverfolgungsbehörden melden.

Der Bundesrat schlägt den Räten vor, das Solidarbürgschaftsgesetz in der Wintersession zu behandeln und es für dringlich zu erklären. Damit könnte das Gesetz am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Gelten soll es bis Ende 2032. Der Bundesrat berücksichtigt dabei die bis zu zehnjährige Laufzeit der Kredite und die Abwicklung danach.

Die Notverordnung hat der Bundesrat bis Ende Jahr verlängert, damit keine Regelungslücke entsteht.

Ladina Heimgartner wird Chefin der Blick-Gruppe.

Ladina Heimgartner wird Chefin der Blick-Gruppe.

Christian Beutler ( Keystone

(sda) Beim Medienkonzern Ringier steht ein Wechsel auf höchster Management-Ebene an: Ladina Heimgartner wird Chefin der Blick-Gruppe und übernimmt die Verantwortung für die globalen Medienmarken.

Die 40-jährige Ladina Heimgartner wird neben dem Mandat als Blick-Gruppe-CEO per 1. Oktober 2020 in der Geschäftsleitung der Mediengruppe die Position als Head Global Media der Ringier AG übernehmen. Dies teilte der Medienkonzern am Freitag mit. Damit übernimmt Heimgartner die Verantwortung für rund 120 Medienmarken in 12 Ländern.

Heimgartner ist erst seit sieben Monaten bei Ringier. Sie führt das Corporate Center mit Kommunikationsabteilung, Rechtsabteilung, Personalabteilung und Datenschutz. Zuvor hatte sie in leitender Stellung beim Schweizer Fernsehen gearbeitet, zuletzt als stellvertretende Generaldirektorin SRG/SSR.

Die Medienmanagerin übernimmt die neuen Funktionen von Thomas Spiegel, der sich laut Mitteilung aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung entschieden habe, das Unternehmen zu verlassen. Er wird noch bis Anfang 2021 für Ringier tätig sein, um die Übergabe sicherzustellen und wichtige Projekte zum Abschluss zu bringen.

Nach Spiegels Ausscheiden aus der Geschäftsleitung der Ringier AG setzt sich diese künftig zusammen aus: Marc Walder (CEO), Annabella Bassler (CFO), Ladina Heimgartner (Head Global Media, CEO Blick-Gruppe), Robin Lingg (Head Global Marketplaces) sowie Alexander Theobald (COO Schweiz und CEO RASCH).

(dpa) Europas grösster Billigflieger Ryanair streicht sein Flugangebot wegen der wechselnden Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie noch stärker zusammen. Im Oktober werde Ryanair voraussichtlich nur rund 40% so viele Sitzplätze anbieten wie ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Freitag in Dublin mit. Zuletzt hatte das Management noch ein Niveau von 50 Prozent angepeilt - und das war bereits weniger als nach dem Neustart des Flugverkehrs im Juli geplant.

Für die Zeit von November bis März hat Ryanair den Angaben zufolge noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Doch wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzten und die Regierungen nicht anders handelten, könnten ähnliche Kapazitätskürzungen über die Winterperiode hinweg erforderlich sein, sagte ein Sprecher.

Euronext verhandelt derzeit exklusiv über eine Übernahme der Borsa Italiana.

Euronext verhandelt derzeit exklusiv über eine Übernahme der Borsa Italiana.

Flavio Lo Scalzo / Reuters

(awp/sda/dpa/reu) Die britische Börse LSE will ihre Tochter Borsa Italiana an die Mehrländerbörse Euronext verkaufen. Damit scheint die Schweizer Börse SIX aus dem Rennen zu sein, die ebenfalls ein Kaufangebot für Mailänder Börse abgegeben hat.

Die LSE und die Euronext seien in exklusive Verhandlungen eingetreten und loteten nun die Details einer Übernahme aus, teilten bei Parteien am Freitag mit. Euronext hatte gemeinsam mit der italienischen Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und dem italienischen Institut Intesa Sanpaolo eine Offerte für die zum Verkauf stehende Borsa Italiana eingereicht. Die Mailänder Börse dürfte zwischen 3 und 4 Milliarden Euro wert sein.

Bei der Schweizer Börsenbetreiberin SIX hat man die Ankündigung exklusiver Verkaufsverhandlungen mit der Euronext «zur Kenntnis genommen», wie ein SIX-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte. Als dritter Interessent hatte auch die Deutsche Börse ihren Hut in den Ring geworfen.

Warum die Schweizer Börse die Borsa Italiana ins Visier nimmt.

(awp/sda) Emmi kauft den amerikanischen Desserthersteller Indulge Desserts. Damit baue man die Position in den USA aus und schaffe neue Vertriebsmöglichkeiten für die eigenen italienischen Desserts, teilte der Innerschweizer Lebensmittelhersteller am Freitag mit.

Das an vier Standorten im Grossraum New York beheimatete Unternehmen verfügt demnach über eine breite Palette an Desserts und erwirtschaftet einen Jahresumsatz zwischen 80 und 90 Mio. Dollar. Wichtige Abnehmer von Indulge-Desserts-Produkten sind Foodservice-Kunden (Vertriebspartner, Hotels, Restaurants), der Detailhandel und der Online-Kanal.

Emmi übernimmt 87,7% der Anteile an Indulge Desserts, unter Vorbehalt der regulatorischen Bewilligungen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Emmi verspricht sich auf verschiedenen Ebenen Synergiepotenzial, will den Fokus in den ersten Monaten aber auf den Ausbau der Kundenbeziehungen und auf den Integrationsprozess legen.

Firmengründer John Alair Garcia bleibt mit einer Minderheitsbeteiligung an Indulge Desserts beteiligt und will sein Know-how auch in die nächste Entwicklungsphase des Unternehmens einbringen. Ebenso soll Paula Perlis als Entwicklungsleiterin weiterhin zum Erfolg der Firma beitragen.

An der Börse kam die Transaktion gut an. In einem mehrheitlich zur Schwäche neigenden Gesamtmarkt zogen die Titel bis am späten Vormittag um knapp 1% an. Emmi erhalte mit der Übernahme einen besseren Zugang zum grössten Dessertmarkt der Welt, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Ausserdem rufe die Akquisition in Erinnerung, dass Emmi weiterhin beträchtliches Potenzial für Wachstum in Nischenmärkten habe.

Die ZKB schätzte den Preis für die übernommenen 87,7% auf rund 105 Mio. Franken.

(sda/dpa) Die Verwaltungsräte der spanischen Grossbanken Caixabank und Bankia haben am Donnerstag den Zusammenschluss beider Geldinstitute und damit eine der grössten Fusionen in dem Land beschlossen. Die wesentlich grössere Caixabank übernimmt dabei faktisch Bankia, und die neue Bank wird wieder Caixabank heissen, wie die Zeitung «El País» berichtete.

(awp/sda) Der Pharmakonzern Vifor hat einen Käufer für die Tochter OM Pharma gefunden. Die Optimus Holding AG werde den Geschäftsbereich für 435 Mio. Fr. übernehmen, teilte Vifor am Freitag mit. Der Abschluss der Transaktion werde innerhalb von 30 Tagen erwartet. Vifor selbst hatte zuletzt betont, sich von der Sparte trennen zu wollen.

Zusätzlich erhält Vifor einen Erlös im Zusammenhang mit möglichen zukünftigen Wertzuwächsen auf 20% des Eigenkapitals der Optimus Holding AG. Dies könnte den Gesamtwert der Transaktion auf mehr als 500 Mio. erhöhen. Diese Wertzuwächse seien vor Ende 2027 zu bestimmen und könnten sich durch einen Handelsverkauf, einen Börsengang oder einer Steigerung des Betriebsgewinns (Ebitda) ergeben, hiess es.

Mit der Veräusserung stärke Vifor den Fokus auf die globale Führungsposition in den Bereichen Eisenmangel, Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Therapien. Denn OM Pharma ist hauptsächlich im Bereich mikrobiell hergestellter Immuntherapeutika tätig.

Die Optimus Holding ist eine Schweizer Gruppe, die von Etienne Jornod zusammen mit langjährigen Schweizer Unternehmern und dem türkischen Pharmaunternehmen Abdi Ibrahim (28,5%) gegründet wurde.

(awp/sda/dpa) In der Eurozone sind die Verbraucherpreise im August erstmals seit etwa vier Jahren wieder gesunken. Die Inflationsrate habe im Vergleich zum Vorjahr minus 0,2% betragen, teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach einer zweiten Schätzung in Luxemburg mit.

Der Euro gewinnt an Wert.

Der Euro gewinnt an Wert.

Orestis Panagiotou / Epa

Eine erste Erhebung wurde damit bestätigt. Im Juli hatte die Inflationsrate noch 0,4% betragen. Rückläufig waren abermals die Preise für Energie. Industriell gefertigte Waren verbilligten sich leicht. Dienstleistungen verteuerten sich zwar gegenüber dem Vorjahresmonat, aber nur schwach. Die Preissteigerungen von Lebens- und Genussmitteln schwächten sich ab.

Die Kernteuerung ohne Lebensmittel und Energie sank stark von 1,2 auf 0,4%. Dies verdeutlicht den allgemein schwachen Preisauftrieb, wohl auch eine Folge der schweren Corona-Rezession.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate von knapp zwei% an. Dieses Ziel hat sie trotz ihrer extrem lockeren Geldpolitik seit langem nicht mehr erreicht.

(awp/sda) «Made in Switzerland» ist wieder gefragter. Die Schweizer Exportwirtschaft hat sich im August weiter vom Coronaschock erholt. Doch das Vorkrisen-Niveau ist noch längst nicht erreicht.

Die Ausfuhren der Schweizer Firmen stiegen im August den dritten Monat in Folge an. Sie kletterten gegenüber dem Vormonat um 3,7% auf 18,33 Mrd. Fr. (saisonbereinigt), wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Trotz dieser Erholung sind die aktuellen Werte aber noch weit von jenen der Vor-Corona-Zeit entfernt. So hatte die Schweizer Exportwirtschaft davor zum Teil pro Monat Waren im Wert von über 20 Mrd. ins Ausland abgesetzt. Als die Krise eskalierte, sanken die Ausfuhren dann auf gut 16 Mrd.

Fast alle Warengruppen verzeichneten einen Anstieg. Besonders ausgeprägt war er bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten (+4,9%), die mehr als die Hälfte zu den Gesamtexporten beisteuerten und das Gesamtbild somit prägten.

Aber auch die Maschinen- und Elektroindustrie (+2,2%) sowie die Metallindustrie (+7,1%) konnten wieder mehr ins Ausland verkaufen. Aber auch diese Branchen sind noch immer weit vom Vor-Corona-Niveau entfernt. Für die Maschinenindustrie liegt der aktuelle Wert zum Beispiel bei rund 90% der üblichen Höhe.

Noch mehr gilt das für die Uhrenindustrie, welche die Exporte im August gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 3,0% steigern konnte. Die fulminante Erholung der beiden Vormonate, als Wachstumsraten von 24 und 68% gegenüber den Vormonaten erreicht wurden, kam somit ins Stocken.

In absoluten Zahlen wurden im August Uhren im Wert von 1,34 Mrd. Fr. ins Ausland verkauft, was knapp 12% unter dem Vorjahreswert ist.

Der anfängliche Corona-Schock werde allmählich absorbiert, schrieb dazu der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH). Zu verdanken sei die Erholung vor allem in China, wo Schweizer Uhren sich wieder grosser Beliebtheit erfreuen.

Insgesamt entwickelten sich die Exporte - aufgeschlüsselt nach Absatzmärkten - nach Nordamerika (+14%) und Asien (+10,8%) deutlich dynamischer als jene nach Europa (+1,6%).

Anders als bei den Exporten kam die Erholung bei den Importen im August ins Stocken. Nachdem in den drei Vormonaten zum Teil deutliche Zuwächse resultiert hatten, gingen sie nun gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,8% auf 14,91 Mrd. zurück und blieben damit weit vom Vor-Corona-Niveau von rund 17 Mrd. entfernt. Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 3,41 Mrd. Fr.

Hauptverantwortlich für den Rückschlag bei den Importen waren laut den Angaben der Zollverwaltung die um fast ein Fünftel geringere Einfuhr von Medikamenten und von immunologischen Produkten. Dies habe aber kaum mit Corona-Effekten zu tun, hiess es bei Anfrage bei der Zollverwaltung. Vielmehr handle es sich um übliche Schwankungen, welche eine Folge von Produktionszyklen der Chemie- und Pharmaindustrie seien.

Wird der Beitrag der chemisch-pharmazeutischen Industrie herausgerechnet, hätten die Importe um gut 3% angezogen. Deutliche Zunahmen gab es bei Bijouterie und Juwelierwaren, höhere Werte verzeichneten aber auch Metalle Sowie Nahrungs- und Genussmittel.

Auf der anderen Seite seien auch die Importe von Maschinen und Elektronik, von Personenfahrzeugen und Textilien zurückgegangen.

(dpa) Die Europäische Zentralbank (EZB) kommt Banken in der Corona-Krise weiter entgegen. Bei der Verschuldungsquote («Leverage Ratio») gilt für die Institute im Euroraum vorübergehend eine Ausnahmeregelung: Die Banken dürfen bei der Berechnung der Quote bestimmte Vermögenswerte wie Einlagen bei der Zentralbank ausnehmen. Das ermöglich ihnen eine höhere Quote. Die Regelung gelte bis zum 27. Juni 2021, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit.

Bei der «Leverage Ratio» werden die Geschäfte einer Bank unabhängig vom Risikogehalt pauschal ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt. Vom 28. Juni 2021 an sollen die Banken im Euroraum nach den Vorgaben der Aufseher einen Wert von 3,0% erreichen. Die nun beschlossene Ausnahmeregelung würde nach EZB-Angaben basierend auf Daten von Ende März 2020 die Gesamtverschuldungsquote von 5,36% um etwa 0,3 Prozentpunkte erhöhen.

Der EZB-Rat als oberstes Entscheidungsgremium der Notenbank begründete die Ausnahmeregelung mit der Coronavirus-Pandemie, die alle Volkswirtschaften des Euroraums «auf beispiellose und tiefgreifende Weise» getroffen habe. Daher sei «das unbeeinträchtigte Funktionieren des geldpolitischen Übertragungskanals» über die Banken besonders wichtig. Nach Ansicht des EZB-Rates ist daher die Bedingung aussergewöhnlicher Umstände erfüllt, «die den vorübergehenden Ausschluss bestimmter Engagements gegenüber Zentralbanken von der Berechnung» rechtfertigen.

Die Aufseher im Euroraum hatten wegen der Corona-Krise bereits unter anderem ihre Kapitalvorgaben für Banken vorübergehend gelockert. Auch andere Notenbanken wie die Fed in den USA lockerten beispielsweise die Verschuldungsregeln für grosse Institute.

Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die grössten Banken und Bankengruppen im Euroraum direkt, derzeit sind dies 115 Institute, die für fast 82% des Marktes im Währungsraum der 19 Länder stehen.

(awp/sda) Nach dem Rückschlag folgt die Niederlage von Salt vor dem Zürcher Handelsgericht im Streit gegen Sunrise. Das Gericht habe in einer mündlichen Anhörung am Montag keinen Bruch des Exklusivvertrags mit Salt durch Sunrise gefunden, teilte Sunrise am Donnerstag in einem Communiqué mit.

Sunrise kann die Übernahme durch UPC weiter vorantreiben. Das Zürcher Handelsgericht gibt Sunrise im Streit mit Salt recht.

Sunrise kann die Übernahme durch UPC weiter vorantreiben. Das Zürcher Handelsgericht gibt Sunrise im Streit mit Salt recht.

Ennio Leanza / Keystone

Die Entscheidung des Handelsgerichts könne beim Bundesgericht angefochten werden. Vergangene Woche hatte das Handelsgericht bereits das Gesuch von Salt um eine einstweilige Verfügung abgelehnt.

Die Verfügung hätte Sunrise-Grossaktionär Freenet sowie den Verwaltungsräten und den Konzernleitungsmitgliedern von Sunrise verbieten sollen, ihre Aktien der Kabelnetzbetreiberin UPC zu verkaufen, die Sunrise übernehmen will. Salt hatte Klage eingereicht, weil Sunrise mit der Annahme des 6,8 Mrd. Fr. schweren Übernahmeangebots von UPC die Exklusivvereinbarung zum gemeinsamen Ausbau der Glasfaseranschlüsse verletzt haben soll.

Sunrise wies die Vorwürfe zurück. Das Gesuch von Salt sei sowohl in faktischer als auch in rechtlicher Hinsicht unbegründet.

Salt hatte Sunrise eine milliardenschwere Schadenersatzklage vor dem Handelsgericht angedroht.

Hintergrund der Geschichte ist die vor knapp einem Jahr geplatzte Übernahme der Liberty-Tochter UPC durch Sunrise. Der Zusammenschluss mit der Kabelbetreiberin war im letzten Herbst am Widerstand der Sunrise-Aktionäre unter der Führung von Grossaktionär Freenet gescheitert. Danach wollte Liberty Salt kaufen, was allerdings nicht von Erfolg gekrönt war.

Nach beiden gescheiterten Annäherungsversuchen spannten in der Folge Salt und Sunrise zusammen, um ein eigenes Festnetz zu bekommen, damit sie nicht länger die Leitungen von Swisscom oder den Stromversorgern mieten müssen. Beide gründeten Mitte Mai das Gemeinschaftsunternehmen Swiss Open Fiber, um in den nächsten fünf bis sieben Jahren 1,5 Millionen neue Glasfaserleitungen in die Haushalte (FTTH) zu legen. Insgesamt sollten 3 Milliarden Franken in den Ausbau investiert werden.

Seit der Ankündigung der Übernahme von Sunrise durch Liberty Global vor drei Wochen liegt das Projekt allerdings auf Eis. Durch den Deal habe sich die Ausgangslage fundamental geändert, hatte Sunrise-Chef André Krause erklärt. Deshalb werde erst nach dem Abschluss der Milliardentransaktion die Situation analysiert und entschieden, wie es mit dem Gemeinschaftsunternehmen weitergehen werde.

Salt sieht in dem Deal allerdings eine Verletzung der Exklusivvereinbarung durch Sunrise, die beide bei Swiss Open Fiber eingegangen seien. Darin hätten Salt und Sunrise ein mehrmonatiges Verbot für Fusions- und Übernahmegespräche vereinbart, schrieb Salt.

Salt habe sich daran gehalten: Besitzer Xavier Niel habe ein erneutes Kaufangebot von Liberty Global abgelehnt mit der Begründung, dass die Vereinbarung zwischen Salt und Sunrise zum Glasfaserbau Fusions- und Übernahmegespräche für eine gewisse Zeit untersagt habe.

Dagegen habe Sunrise die Vereinbarung gebrochen: Die einstimmige Genehmigung des Deals durch den Sunrise-Verwaltungsrat und die unwiderrufliche Verpflichtung von Grossaktionär Freenet, seine 24,4 Prozent-Beteiligung an Sunrise an Liberty zu verkaufen, hätten einen Milliardenwert von Salt und seinen Aktionären vernichtet, schrieb das Unternehmen.

Der Verwaltungsrat der St. Galler Kantonalbank (SGKB) hat Christian Schmid per 1. Mai 2021 zum neuen CEO ernannt. Er folgt auf Roland Ledergerber, der wie bereits im Februar angekündigt, auf diesen Zeitpunkt zurücktreten wird.

Christian Schmid ist bereits seit August 2008 Mitglied der SGKB-Geschäftsleitung und leitet den Bereich Corporate Center. Als Mitglied der Geschäftsleitung habe er die Strategie und die Entwicklung der Kantonalbank in den vergangenen zwölf Jahren stark mitgeprägt, hiess es in einer Mitteilung von Donnerstag.

Die Wahl von Schmid sei nach einem umfassenden Suchprozess und aus einem breiten Feld möglicher Kandidaten erfolgt.

Ledergerber soll, wie ebenfalls bereits angekündigt, am 5. Mai 2021 an der Generalversammlung zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen werden. Ein Jahr später, an der GV 2022, soll er als Nachfolger von Verwaltungsratspräsident Thomas Gutzwiller gewählt werden.

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