Switzerland

Wilderer muss 10’000 Franken für erlegten Steinadler zahlen

Ein Schafzüchter schoss mehrere Vögel ab – darunter einen Steinadler. Nun wurde er verurteilt. Auch sonst nahm er es mit dem Gesetz nicht so genau.

Ein toter Rotmilan war der Auslöser.

Ein toter Rotmilan war der Auslöser.

Foto: Guido Pelli

Am Anfang dieser Geschichte steht ein Rotmilan. Er ist Teil eines Monitoringprojekts der Vogelwarte Sempach, trägt einen GPS-Sender samt Temperatursensor. Am Morgen des 26. März 2019 stellt ein Angestellter der Vogelwarte fest, dass dieser Milan tot sein muss – und dass er sich im Gantrischgebiet befindet. Also fährt er zum Ort des mutmasslich letzten Verbleibs des Tiers. Er trifft auf eine Wiese und ein Haus am Waldrand. Und auf einen Bauer.

Auf dem Feld findet er ein paar Federn eines Milans, mehr aber nicht. Im Wald aber stösst er an einer Stelle auf Federn von einem Mäusebussard, einem Kolkraben und mindestens zwei Rotmilanen. «Das konnte kein Zufall sein», so der Mann. Dann sieht er aus einem Komposthaufen den Fuss eines Vogels ragen. Er zieht daran. Ein toter Steinadler. «Ich dachte, hier ist richtig was los, das ist Wilderei.» Er ruft den Wildhüter und die Polizei.

Am – zumindest vorläufigen – Ende der Geschichte steht das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland. Es verurteilt den beschuldigten Landwirt am Dienstag zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 80 Franken sowie zu einer Busse. Die Liste der Vergehen ist lang, ein paar Freisprüche kommen trotzdem hinzu. Am stärksten ins Gewicht fällt der Abschuss des Adlers. Dafür muss er dem Kanton Bern 10’000 Franken zahlen.

Eigene Gesetze

Der Schafhirt ist 73-jährig und kein Mann grosser Worte. Den Betrieb führt mittlerweile seine Tochter. Das Haus am Waldrand aber, das er als Ferienhaus benutzt, ist sein Reich. Hier unterhält er zahlreiche Nistkästen für Vögel. Hier gelten, so sieht es aus, seine eigenen Gesetze. Auf Vögel, die die Nester zerstören könnten, schiesst er ohne zu zögern, etwa Krähen. «Von denen gibt es ja sowieso zu viele.» Das ist aber längst nicht alles. Der Mann, zu diesem Schluss kommt am Ende die Richterin, lockt mit Kadavern Wild an, schiesst geschützte Vögel wie die Rotmilane ab. Insgesamt drei besenderte Milane verschwinden bei ihm.

Als er einen Dachs tötet, meldet er das nicht dem Wildhüter. Er verbrennt Laub im Wald ohne Bewilligung. Er bewahrt Tiermedikamente auf – aber nicht so, wie er es müsste. Er besitzt mehrere Kleinkalibergewehre, auch ein gekürztes, verbotenes Zubehör, die Waffen liegen teilweise geladen im Haus oder Auto herum.

All das kommt zum Vorschein, als im März 2019 nach dem Vogelexperten auch die Polizei und der Wildhüter aufkreuzen. Eine damals anwesende Polizistin zeichnete im Gericht ein grausiges Bild vom Schauplatz. Tote Tiere, Federn auf dem Boden und ganze Flügel im Haus, geladene Waffen, ein herumliegender Schalldämpfer. Und der Schafskadaver auf der Wiese, ohne Beine, ohne Kopf, ausgenommen und ohne Fell. Dieses Tier, sagt die Polizistin, habe er einfach «verrecken» lassen.

In der rauen Natur

Die Verhandlung gegen den beschuldigten Landwirt begann bereits im vergangenen Dezember. Gerichtspräsidentin Bettina Bochsler unterbrach sie damals allerdings, weil sie noch einen Tierarzt befragen wollte. Denn der Schafhalter hatte erklärt, das Schaf sei nach der Geburt gestorben, da sich noch ein zweites Lamm in seinem Bauch befunden habe. Sie wollte genauere Informationen zum Umgang mit dem Tier.

Der Tierarzt stellte dem Schafhalter ein gutes Zeugnis aus. Er habe nie Hinweise erhalten, dass Tiere vernachlässigt worden seien. Ob sich nach der Geburt noch ein zweites Lamm im Bauch befinde, sei oft nur schwer festzustellen. Der Bauer habe so gehandelt, wie es die meisten anderen Halter auch tun würden, er habe dem Tier Antibiotika verabreicht. Medizinisch wäre es zwar sinnvoller gewesen, einen Tierarzt zu rufen. Aber die wirtschaftliche Situation lasse dies eben nicht immer zu. «Da können sich die Leute, die in der Stadt wohnen, gar kein Bild machen.»

Verteidiger Patrik Kneubühl hielt das Bild eines Mannes hoch, der sich in der rauen Natur gegen allerlei Feinde wehren muss, nicht nur Vögel, sondern auch Luchse und Wölfe. Sein Mandant sei «Landwirt, Selbstversorger, Jäger, Metzger, Naturbursche, Vogelliebhaber, Wandersmann, und wenn ein junges Lämmli zur Welt kommt, ist er auch noch Hebamme». Er habe lernen müssen, wie brutal die Natur sei. «Ich möchte nicht, dass man ihn zu einem Opfer macht.»

Vom Vorwurf, er habe das Schaf ohne die nötige Pflege sterben lassen, sprach Richterin Bochsler den Beschuldigten frei. «Schauen Sie weiterhin gut zu Ihren Schafen», gab sie ihm mit auf dem Weg. Aber auf Vögel schiessen, das dürfe er nicht mehr.

Football news:

Das Interesse Barcelonas an Isak wuchs nach der Ernennung von couman. Larsson (Mundo Seportivo) der FC Barcelona ist nach Angaben von Mundo Deportivo nach wie vor an einer übernahme des Stürmers von Real Sociedad durch Alexander Isak Interessiert
Manuel Pellegrini: Wenn man gegen Real und var spielt, ist es schon zu viel
PSV Eindhoven und FC Porto sind an FC Barcelona Interessiert. Er Wolle den Klub PSV Eindhoven und den FC Porto nicht verlassen, sagte Barcelona-Mittelfeldspieler Ricky Puig, wie Mundo Deportivo mitteilte
Puyol über Barcelona: wenn wir die Meisterschaft gewinnen wollen, müssen wir sehr gut auftreten
Schalke entließ Wagner. Die Mannschaft hat seit Januar in der Bundesliga nicht mehr gewonnen, Schalke hat Cheftrainer David Wagner entlassen. Auch seine Assistenten Christoph Bühler und Frank Fröhling verließen den Verein. Schalke hat zum Auftakt der Bundesliga-Saison zwei Spiele verloren: in der ersten Runde besiegte die Mannschaft den FC Bayern mit 8:0, in der zweiten Unterlagen die Gelsenkirchener zu Hause gegen Werder Bremen mit 1:3
Yakini über 3:4 gegen Inter: Selbst ein Unentschieden wäre ein unfaires Ergebnis, wenn man bedenkt, wie viele Punkte Fiorentina geschaffen hat
Ramos über das 3:2 mit Betis: der Schiedsrichter versuchte sein bestes und Tat nichts vorsätzlich