Switzerland

«Wir werden die Stadt revolutionieren»

Die drei sitzen auf der Holztribüne in der Färbi und werfen bunte Kissen in die Luft. Keine Kissenschlacht, sondern ein Fototermin ist es, den Karin Habegger, Laura und ihr Vater Christoph Schuler über sich ergehen lassen müssen – oder dürfen. Denn die drei gehören zu einem fünfköpfigen Komitee, das Anfang November hier in diesen Gemäuern das Jazzfest organisieren will. Nicht die Jazztage, sondern das Jazzfest.

Laura Schuler ist Musikerin und Bandmitglied. Die Langenthalerin besuchte erst die Jazzschule in Bern, reiste mal hierhin, mal dorthin. Vor allem nach Berlin, denn da ist die Musikszene und vor allem jene des Jazz gross. «Jedes Semester wechselte ich meinen Wohnort. Jetzt bin ich müde und will etwas vor Ort etablieren», sagt Schuler.

Keine Konkurrenz

Etablieren will sie mit ihrem Vater sowie Karin Habegger, die beide Mitglied bei der Färbi sind, dieses Jazzfest. Ein viertägiger Anlass, der lokalen Künstlern die Möglichkeit geben soll, zu experimentieren und vor viel Publikum zu spielen. «Jazz ist nicht der Inhalt, sondern die Herangehensweise an die Musik», sagt Laura Schuler. Für viele sei Jazz auf den ersten Blick zu technisch. Die Stilrichtung müsse eine Hemmschwelle überwinden. «Unsere grösste Herausforderung ist es deshalb, viele Leute an die Konzerte zu bringen», sagt Christoph Schuler.

Vom 1. bis 4. November dreht es sich in der Färbi aber nicht bloss um Jazz, sondern um alle mög­lichen Stile: Soul, Pop, Klassik, Rock. Das Ganze schlicht Musikfest zu nennen, wäre dann doch zu allgemein, sagt Karin Habegger. Sie findet, dass Langenthal und die Region überdurchschnittlich viele talentierte Musiker hervorbringt. Diese gelte es zu fördern. Als eine Konkurrenz zu den grossen Jazztagen wollen sich die Organisatoren aber keineswegs sehen. Die beiden Anlässe könne man allein von den unterschiedlichen Budgets her nicht vergleichen.

In fünf Jahren gross werden

Dass ihr Projekt dereinst gross wird, das möchte Laura Schuler aber schon. «Als freischaffende Musikerin muss man lernen, sich zu vermarkten. Es braucht Visionen.» Eine solche ist das Jazzfest. Die Idee dazu hatte sie vor zwei Jahren, als sie mit Karin Habegger bei einem Anlass in Trubschachen ins Gespräch kam. Während Vater Christoph Schuler eher zurückhaltend denkt und das Ergebnis der ersten Durchführung mal abwarten will, geht Karin Habegger viel weiter: «Man muss ja Träume haben. Unserer ist es, innerhalb von fünf Jahren gross zu werden.» Laura Schuler setzt noch einen obendrauf. Sie sagt: «Wir werden Langenthal revolutionieren.»

Damit es aber so weit kommt, gibt es für die Organisatoren noch viel zu tun. Sie müssen Helfer zusammentrommeln und vor allem finanzielle Mittel finden. Die Suche verläuft aber bereits erfolgreich: So haben etwa die Stadt Langenthal, die Burgergemeinde, der Kanton Bern wie auch die Suisa-Stiftung, das Migros-Kulturprozent und einige Private ihre Unterstützung zugesagt.

Besucher von überall her

Die Organisatoren zweifeln nicht daran, dass ihr Jazzfest ein Erfolg wird. Denn Langenthal biete einen guten Nährboden für Projekte wie dieses. «Die Stadt hat etwas ganz Eigenständiges und vor allem auch eine eigene junge und alternative Szene», sagt Laura Schuler. Sie hofft, dass diese Leute auch in die Färbi kommen. Pro Abend spielen jeweils zwei Bands. Der Tagespass ist für 30 Franken erhältlich, der Festivalpass für 90 Franken. Studenten und Pensionäre bezahlen lediglich 20 respektive 60 Franken.

Ob das gewählte Datum für Karin Habegger, Laura und Christoph Schuler zum Glücksfall wird, können sie noch nicht abschätzen. Der Abstand zu den Jazztagen sei gross genug, allerdings findet das Jazzfest gleichzeitig mit dem Designers’ Saturday statt. Laura Schuler sieht hier aber bereits wieder eine Chance. Sie dürfe draussen ein Schild aufstellen, das auf ihren Anlass hinweise. «Zudem sind dann Besucher aus der ganzen Schweiz in Langenthal.» Wenn das mal keine guten Voraussetzungen sind, viele Musikliebhaber in die Färbi zu locken.

Einen ersten Vorgeschmack auf das Jazzfest gibt es bereits am Samstag, 22. September. In der Färbi spielt um 20 Uhr «Das Seltene Orchester». Der Eintritt ist frei (Kollekte). (Langenthaler Tagblatt)

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