Austria

Archäologische Schätze sollen Touristen anlocken

Rund um Burg im Bezirk Oberwart werden sechs Fundorte archäologisch untersucht

von Roland Pittner

5.700 vor Christus sind die ersten Menschen im heutigen Burg sesshaft geworden. Der Ort im Südburgenland etablierte sich als Metallhochburg und wichtiger Handelsknotenpunkt in der Hallstattzeit und war damals „der Nabel der Welt“, wie Archäologen erklären. Eine der größten Hügelgräberanlagen Europas im Wald von Schandorf und zahlreiche weitere Funde zeugen von der reichen Geschichte. In den vergangenen Jahrzehnten fehlte das Geld, um das Gebiet genauer zu erforschen.

Mit dem Projekt „ArcheON“ wurden nun an sechs der bedeutendsten Fundstellen wieder archäologische Grabungen durchgeführt. Das Vorhaben wird über EU- Gelder finanziert und gemeinsam mit Touristikern, Archäologen und Museen in Ungarn und Österreich durchgeführt. Ziel ist es, die Funde touristisch zu nutzen – 600.000 Euro werden investiert.

Grabungen

Erste Grabungen etwa in Hannersdorf waren erfolgreich. Südlich des Friedhofs der Gemeinde fanden die Archäologen Keramikstücke, die auf 5.500 Jahre bis 4.500 Jahre vor Christus datiert werden. Als nächstes soll erstmals der Hausberg in Burg untersucht werden. „Die zentrale Lage und der Reichtum an lokal verfügbaren Kupfererzen führten ab der Bronzezeit zum Ausbau und zur Befestigung des Höhenrückens. Den Höhepunkt ihrer Ausdehnung erlebte die Festung in der frühen Eisenzeit“, heißt es von den Wissenschaftern. Der Reichtum der damaligen Herrscher zeige sich auch durch die Größe der Hügelgräber im nahen Schandorf. Hier soll 2021 ein Grabhügel wissenschaftlich untersucht werden.

Auch die ersten touristischen Angebote wurden ausgearbeitet, so gibt es in Burg einen archäologischen Rundweg, der die Besucher durch den Ort führt. In der ehemaligen Volksschule wurde ein Schauraum mit Informationen eingerichtet. Jeden Freitag im Oktober, sowie am 3., 24. und 26 Oktober können Interessierte die Grabungen besuchen. Jeweils um 10 Uhr gibt es geführte Rundgänge, die von einer Archäologin begleitet werden. Auch für Schulen soll es Angebote geben, um Klassen die Geschichte der Gegend näher zu bringen. „Damit wollen wir das bestehende Tourismusangebot der Grenzregionen ergänzen, den Bekanntheitsgrad erhöhen und die Besucher- und Nächtigungszahlen stärker entwickeln“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

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