Austria

Donaubrücke: Aufstand der Bürgermeister

Zweimal haben Mitglieder einer Bürgerplattform die B123 im Herbst blockiert um gegen die Anschlusspläne zur neuen Donaubrücke zu protestieren

© Atzenhofer Wolfgang

Vier Ortschefs fordern ein Gesamtverkehrskonzept von den Verkehrslandesräten in NÖ und OÖ

von Wolfgang Atzenhofer

Nach zweimaligen Blockaden der Mauthausner Bundesstraße B123 in Niederösterreich durch eine protestierende Bürgerinitiative steigen nun die Bürgermeister auf die Barrikaden. Der im vergangenen August von Nieder- und Oberösterreich präsentierte geplante Neubau einer zweiten Donaubrücke bei Mauthausen, samt dazugehöriger Verkehrsanbindung, lässt den Enns-Donauwinkel dort nicht zur Ruhe kommen. Vier Bürgermeister haben nun in einem Brief einen dramatischen Appell an die Verkehrslandesräte Ludwig Schleritzko (ÖVP, NÖ) und Günther Steinkellner (FPÖ, OÖ) gerichtet. Sie fordern endlich ein Gesamtverkehrskonzept für die gesamte Region.

„Redet man mit den Planern, heißt es, es ist nur die Trasse zur Brücke im Planungsauftrag. Direkte Gespräche mit dem Herrn Landesrat über eine nötige ganzheitliche Konzeption wurden bislang nicht gewährt“, sagt der Ennsdorfer Bürgermeister Daniel Lachmayr, SPÖ. Mit den Amtskollegen aus OÖ, Karl Kollingbaum aus Asten und Stefan Karlinger aus Enns sowie der St. Valentiner Stadtchefin Kerstin Suchan-Mayr wird in dem Brief beklagt, dass die geplante Trassenvariante zur neuen Donaubrücke keine „zukunftsträchtige und keine gesamtheitliche Verkehrslösung“ darstelle.

Wie berichtet soll die zur neuen Donauquerung führende B123 auf 4,3 Kilometer vierspurig ausgebaut werden.

Kollaps

Weil diese Trasse dann in eine zweispurige B1-Umfahrung mündet und eine gut geplante Anbindung an die A1 fehlt, fürchten die vier SPÖ-Bürgermeister einen Verkehrskollaps und die Überflutung ihrer Ortsgebiete durch den Ausweichverkehr. Auch ein Konzept, den Straßenverkehr in der Region auf die Schiene und in Busse zu verlagern, fehle, beklagen die Ortschefs.

Dazu rumort es auch am nördlichen Donau-Ufer. Im Gemeinderat von Mauthausen (OÖ) selbst wurde in der Vorwoche von einer Mehrheit aus SPÖ und Grünen eine Resolution gegen die aktuellen Brückenpläne eingebracht. Zwei vom Verkehr auf der B123 besonders betroffene Orte müssten unbedingt im Zuge des Neubaus entlastet werden, fordern sie.

Aus den Büros der Verkehrslandesräte reagiert man vorerst mit Hinweisen auf anstehende bessere Öffi-Angebote in der Region. Es gebe Ausschreibungen für neue Busangebote und auf der Westbahn sorge das Land NÖ für umfassende Zuganbindungen, heißt es aus dem Büro Schleritzko. LR Steinkellner lässt ausrichten, dass mit dem kommenden Fahrplanwechsel mehr Zugangebot auf der Donauuferbahn zwischen Linz, St. Valentin und St. Nikola geboten wird.

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