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Austria

Ein ziemlich ungewöhnlicher Martin

Teil einer Doppelseite des neuen Bilderbuches

© Heinz Wagner

Ein neues Bilderbuch zum Martins-Tag rund um das Laternenfest und übers Teilen.

von Heinz Wagner

Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir./Dort oben Leuchten die Sterne und unten leuchten wir…
Rund um den 11. November, den Namenstag von Martin ziehen vor allem Kindergartenkinder mit meist selbst gebastelten Laternen durch die schon dunkel werdenden Straßen. Um Licht in die Finsternis zu bringen. Um den katholischen Heiligen Martin ranken sich so manche Geschichten und auch viele Bräuche, die aber weniger mit seinem Namen als mehr mit der Jahreszeit und dem anbrechenden Winter zu tun haben.

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Neues Bilderbuch

Eine aber ist beeindruckend, ob sie nun stattgefunden hat oder nur symbolisch gemeint war. Dieser Mann teilte seinen Mantel mit einem armen Bettler. Dazu sind schon unzählige (Bilder-)Bücher erschienen, heuer wieder ein neues: „Die schönste Laterne der Welt“ von Johanna Lindemann mit Illustrationen von Stephan Pricken (Verlag annette betz, 32 Seiten, 4 bis 6 J.; 15,40 €).

Anton hat ziemliches Pech. Beim Basteln im Kindergarten geht bei ihm so ziemlich einiges schief. Auch sein Papa kommt zu spät und kann ihm nicht – wie andere Eltern ihren Kindern – helfen. Am Ende sieht Antons Laterne ziemlich schräg aus – „wie eine seltsame Mischung aus einem Monster und einem Elefanten – ein Monsterfant also“.

Das taugte dem jungen Buben aber nicht wirklich. Und es war auch noch nicht alles. Der Laterne – und damit natürlich Anton – stießen weitere Missgeschicke zu. Wir wollen hier aber nicht zu viel spoilern, nur so viel „Beulenmonsterfant“ und „trauriger Klumpen Papier“ kommen im weiteren Verlauf der Bilderbuchgeschichte als Bezeichnungen vor.

Natürlich kann’s dabei nicht bleiben. Ein Mann, der auf einer Parkbank saß, während die Kindergartenkinder mit ihren Laternen vorbeizogen und neben den sich Anton traurig mit seinem Vater skeptisch daneben setzte, wird zum Retter. Er schüttete seine Bierdose aus, schnitt Löcher in Sternen- und Mond-Form rein und … hieß obendrein Martin ;)

Teilung und Teilen

Übrigens: Zwei Tage vor dem 11. November, dem St. Martins-Tag, fiel am 9. November – heuer vor genau 30 Jahren – die Mauer, die die beiden Teile Berlins für fast ebenso lange getrennt hatte. Und der wenige Monate später erste – und auch letzte – frei gewählte Ministerpräsident der damaligen DDR meinte, „die Teilung (der beiden Deutschländer) sei nur durch Teilen zu überwinden“. Dass Teilung der beiden 40 Jahre getrennten Teile Deutschlands noch immer nicht überall überwunden ist, könnte vielleicht nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass nicht immer geteilt, sondern oft übernommen worden ist.

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