Austria

Geburtenrückgang ein "echter italienischer Notstand"

"Mehr Hebammen braucht das Land"
Noch nie sind in Italien weniger Kinder zur Welt gekommen, als im vergangenen Jahr.

ROM: Der Geburtenrückgang ist nach Worten des Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, ein "echter italienischer Notstand". Es sei sogar "vielleicht der größte Notstand in Europa".

Dabei gehe es nicht um Politik von rechts oder von links, ebenso wenig um finanzielle Ressourcen oder Steuererleichterungen, sondern um "eine Frage der Zivilisation", erklärte Bassetti in einer Mitteilung, die seine Erzdiözese Perugia am Mittwoch veröffentlichte.

Der Kardinal sprach von einer "kulturellen Krise", deren Wurzeln in der jüngeren Vergangenheit lägen. Während noch in der Nachkriegszeit Alt und Jung unterschiedliche, einander ergänzende Rollen gehabt hätten, würden heute in Europa und der westlichen Welt die Familie und Kinder "ausschließlich als eine Last betrachtet, als Hindernis für die Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung des Einzelnen, als Hürde für die Karriere und sogar die persönliche Bereicherung".

Bassetti bezog sich auf die jüngste Bevölkerungsstatistik in Italien. Demnach erreichte die Zahl der Geburten im vergangenen Jahr einen neuen historischen Tiefstand und sank gegenüber 2018 um 4,5 Prozent. Laut dem staatlichen Statistikamt reichen die Ursachen des Trends in die 1970er-Jahre zurück.

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