Austria

Hochwasser-Alarm - "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen"

Besonders rosig, sagt Markus Voglhuber, sehe es nicht aus. Seine Stimme klingt dabei genauso angespannt, wie es die Lage in der Barockstadt Schärding ist. Auf 6,48 Meter ist der Pegel des Inns gestern Nachmittag angestiegen, als der Büroleiter des Landesfeuerwehrkommandos Oberösterreich einen Blick auf die prognostizierte Entwicklung wirft.

"Den Höchststand werden wir in der Nacht auf Mittwoch erreichen", sagt er. Dann könnte der Pegelstand des Inns, laut dem Hydrographischen Dienst des Landes, 8,50 Meter erreichen. Vier Meter höher als üblich und nur knapp unter dem Stand des Hochwassers von 2002. Beim letzten großen Hochwasser im Jahr 2013 erreichte der Pegel des Inns in Schärding 10,60 Meter.

Hochwasseralarm an Inn und Salzach

Der anhaltende Regen hat am Dienstag Hochwasseralarm einigen Teilen des Landes ausgelöst. Besonders im Innviertel an der bayrischen Grenze hat sich die Lage zugespitzt.

Zivilschutzalarm auch in Saxen

Vier Feuerwehren waren am späten Nachmittag dabei, den Aufbau des mobilen Hochwasserschutzes zu finalisieren. Bereits zuvor war in Schärding der Zivilschutzalarm ausgelöst worden. "In der Altstadt ist der Schutz bis zu neun Meter gegeben. Aber wir hoffen, dass wir ihn nicht ausreizen müssen", sagte Alfred Deschberger, Bezirksfeuerwehrkommandant von Schärding, gestern Abend. Straßensperren wurden errichtet, alle zwei Stunden werde kontrolliert. "Bis in die frühen Morgenstunden", sagt Deschberger.

Oberösterreichs Feuerwehren waren bereits seit Montag, als die starken Regenfälle begannen, über das Land zu ziehen, schwer gefordert. Bis gestern Abend rückten 2000 Feuerwehrleute zu mehr als 150 Einsätzen aus.

Zugespitzt hat sich die Lage zunächst in Steyr. Dort wurde bereits Dienstagfrüh, gegen 3.30 Uhr, der Hochwasser-Voralarm ausgelöst und der Ennskai gesperrt. Im Grenzgebiet der Gemeinden Garsten und Ternberg (Bezirk Steyr-Land) fiel innerhalb eines Tages ein Monatsniederschlag von 146 Litern pro Quadratmeter. Es kam zu einer Reihe von Muren, Verklausungen und Überschwemmungen.

Dann verlagerte sich der Schwerpunkt der Regenfälle auf den Bezirk Vöcklabruck. Die Zubringerbäche zur Vöckla traten teilweise über die Ufer, die Feuerwehren waren auch am Attersee im Einsatz, um überschwemmte Straßen, Unterführungen oder Keller wieder frei zu machen.

Am Nachmittag heulten dann auch in Saxen (Bezirk Perg) die Sirenen. Die Donau drohte dort, im Bereich des Pumpwerks Dornach, über die Ufer zu treten. In Grein und Saxen rückten die Feuerwehren aus, um den mobilen Hochwasserschutz aufzubauen. Mit einem Pegelstand von 526 Zentimetern wurde gestern, 17 Uhr, schließlich in Linz die erste Vorwarnstufe erreicht. Auch dort wurde die erste Phase des mobilen Hochwasserschutzes eingeleitet. Der Hydrographische Dienst prognostizierte für die Donau maximale Pegelstände von 640 Zentimeter in Achleiten und 600 Zentimeter in Linz.

Entspannung für heute erwartet

"Das Starkregenereignis ist abgeschlossen", sagte ZAMG-Meteorologe Alexander Ohms gestern Nachmittag. Und auch kein weiteres sei zu erwarten. "Zum Glück. Würde es nach wenigen Tagen wieder so stark regnen, hätten wir ein echtes Problem", sagt er. Ab Freitag setze sich stabiles Hochdruckwetter durch, die Temperaturen steigen wieder auf bis zu 30 Grad. "Die Lage wird sich bereits am Mittwoch deutlich entspannen", sagt Ohms. Das erwartet auch Schärdings Feuerwehrkommandant Markus Furtner.

Mehrere Häuser werden das Hochwasser nicht gänzlich unbeschadet überstehen, zudem sei am Mittwoch wohl mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. "Wir gehen aber davon aus, dass der Wasserstand in den Vormittagsstunden zurückgehen wird", sagt er.

Lob für alle Einsatzkräfte

Markus Voglhuber hoffe, dass sich die Lage in Schärding auch über Nacht positiv entwickle. "Aber ich denke, im Großen und Ganzen sind wir in diesen herausfordernden Tagen mit einem blauen Auge davongekommen", sagt er.

Lob für die Arbeit der Feuerwehr kam gestern von Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP): "Ich danke allen Einsatzkräften für ihre harte Arbeit. Hier zeigt sich wieder einmal, wie stark die Hilfsbereitschaft in unserem Bundesland gelebt wird."

Durch "die gute und kontinuierliche Arbeit" im Hochwasserschutz und durch die prognostizierte Wetterbesserung "sollten größere Katastrophen" ausbleiben.

Football news:

Chelsea hat seit Beginn der letzten Saison die meisten Tore in der Premier League kassiert - 42
Kuman überredet Barça, Depay zu kaufen. 30 Millionen Euro kann Barcelona-Trainer Ronald kouman dafür zahlen, will Olympique Lyon-Stürmer Memphis Depay noch im Team sehen. Der 57-jährige versucht, die Führung von Blaugrana von der Notwendigkeit zu überzeugen, den niederländischen Nationalspieler zu Unterschreiben, berichtet der Journalist Fabrizio Romano. Für den 26 Jahre alten Stürmer könnte der FC Barcelona 30 Millionen Euro an Boni zahlen
Hasselbeink über Thiago Silva: Er ist noch ein bisschen nicht in Form. Der Ehemalige Chelsea-Stürmer Jimmy Floyd Hasselbeink war überrascht, dass Verteidiger Thiago Silva bei West Bromwich in London zum Einsatz kam
Der 43-jährige Kapitän von Montpellier spielt jede Saison 30+ Spiele, er trinkt keinen Alkohol und geht nicht in Nachtclubs
Luis Suarez: Ich bin für die Trophäen nach Atlético gekommen
Ein Fehler von Silva führte zum Tor von West Brom. Thiago-Chelsea-Kapitän bei seinem Debüt in der Premier League
Kononov hat eine Tochter. Er entschied sich, bei der Familie in Moskau zu bleiben