Austria

Tennis: Österreich zurück in der Weltspitze

GRAZ. Dominic Thiem führte das rot-weiß-rote Daviscup-Team mit einem hart erkämpften Sieg in die höchste Klasse.

Erstklassig – Österreich zurück in der Weltgruppe

Geschafft: Dominic Thiem nach dem gestrigen Viersatz-Sieg über den Australier De Minaur.

Der Jubel im ausverkauften Stadion auf der Messe Graz war riesengroß. Bei perfektem Wetter und ausgezeichneter Daviscup-Atmosphäre stellte Dominic Thiem gestern nach einem hart erkämpften 6:4, 6:2, 3:6, 6:4-Sieg über Alex de Minaur die vorzeitige Entscheidung her. Das ÖTV-Team steigt nach dem 3:1 über Australien erstmals seit sechs Jahren wieder in die Weltgruppe auf.

Österreich spielt nun am 2. und 3. Februar 2019 in der reformierten höchsten Spielklasse entweder zu Hause oder auswärts, im Falle eines Sieges ist man beim Finalturnier der besten 18 Nationen im November 2019 an einem gemeinsamen Spielort dabei. Der Gegner wird am 26. September in London ausgelost.

"Sensationelle Stimmung, alle drei Tage ausverkauft, das passiert nicht oft. Wir haben jede Sekunde genossen", meinte Thiem noch auf dem Platz. "Heute war es sehr eng. Ich bin super gestartet, dann habe ich einen leichten Abfall gehabt, den hat de Minaur sofort ausgenutzt, und der vierte Satz war auf Messers Schneide. Ich habe es zum Glück herumgebogen", war Thiem erleichtert.

Thiem hatte gegen de Minaur, der eine weit bessere Leistung als bei der Vier-Satz-Niederlage gegen Dennis Novak am Freitag zeigte, zunächst auch zu Beginn etwas Startschwierigkeiten. Er geriet mit 1:3 in Rückstand, der erst 19-jährige de Minaur, der auch auf der Tour von Lleyton Hewitt gecoacht wird, hatte schon zwei Bälle zum 4:1. Doch Thiem gelang das Rebreak und nach rund 44 Minuten stellte der French-Open-Finalist zur Freude der rund 6000 Fans auf 6:4.

Erstklassig – Österreich zurück in der Weltgruppe

Im zweiten Durchgang gelang Thiem vor den Augen seines am Sonntag angereisten Coaches Günter Bresnik eine rasche 4:0-Führung und nach 1:23 Stunden das 6:2 zur 2:0-Satzführung. Im dritten Satz kam Sand ins Getriebe, Thiem musste nach Unkonzentriertheiten seinen Aufschlag zum 0:2 abgeben und konnte diesen Rückstand nicht mehr wettmachen.

So ging es in die Verlängerung, also Satz vier: Und de Minaur ließ nicht nach. Im Gegenteil. Der sechs Jahre jüngere de Minaur machte keine Fehler mehr, Thiem musste fast jeden Punkt mehrmals machen. Angetrieben von seinem ebenso leidenschaftlichen Kapitän steigerte sich der extrem kampfstarke de Minaur und schaffte zum 3:2 ein Break. Zwar gelang Thiem das Rebreak, nach einer umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung zum 15:40 bei Aufschlag Thiem schaffte es de Minaur neuerlich, dem Weltranglisten-8. das Service zum 4:3 abzunehmen. Nach 2:47 Stunden holte sich Thiem erneut den Ausgleich mit einem Rebreak.

Als Thiem im neunten Game einen Breakball abwehrte und auf 5:4 stellte, lag der Druck bei de Minaur. Thiem bekam bei 30:40 seinen ersten Matchball und nutzte ihn. Thiem sprang in die Luft und ballte die Faust, die Erleichterung nach dem 2:57 Stunden langen Match war ihm ins Gesicht geschrieben.

Erstklassig – Österreich zurück in der Weltgruppe

Thiems Bekenntnis zum Team

Ob er dem Team auch 2019 zur Verfügung stehe, beantwortete Frontmann Thiem gestern klar. "Ja, sicher. Ich bin topmotiviert", sagte der Niederösterreicher. Der Spieltermin ist mit 2. und 3. Februar nach den Australian Open passend. Kapitän Stefan Koubek genoss vorerst den Moment. "Ich kann mich nur bei der Mannschaft bedanken, die haben die Punkte geholt. Ich bin nur dort gesessen."

Meinungen

Alex de Minaur: "Natürlich denke ich, dass das wirklich knapp war. Ich war mit einem Break im vierten Satz voran, dann habe ich nicht mein bestes Game gespielt und noch eine Breakmöglichkeit bei 4:4. Ich war nur Punkte vom fünften Satz entfernt und dann hätte alles passieren können"

Australische Kapitän Lleyton Hewitt: "Jedes Mal, wenn wir Grün-Gold tragen, bedeutet es genau dasselbe. Wir hatten denselben Stolz, Leidenschaft und Kampfgeist, den wir immer haben, das ändert sich nicht. Wir sind hierhergekommen, um zu gewinnen und alles auf dem Platz zu lassen. Aber ich könnte nicht stolzer auf mein Team sein, jeder hat sich großartig vorbereitet."

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