Austria

Tod von Caroline Flack: Mirjam Weichselbraun plädiert für Empathie

© Manfred Schmid/Getty Images

Die britische Moderatorin Flack wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Zuvor war sie monatelang Zielscheibe von Boulevardmedien und Hass im Netz.

Am Samstag (15. Februar) wurde die britische Fernsehmoderatorin Caroline Flack ("Love Island", "The X Factor") leblos in ihrer Londoner Wohnung gefunden. Unter Berufung auf einen Anwalt ihrer Familie berichteten britische Zeitungen, dass Flack sich das Leben genommen habe.

Nachdem das Privatleben der 40-Jährigen monatelang Zielscheibe von Boulevardmedien und Kritik in den sozialen Medien gewesen sei, trauert ORF-Moderatorin Mirjam Weichselbraun um ihre britische Kollegin und plädiert für mehr Empathie in der Gesellschaft.

"Reaktion war oft grausam"

Flack hätte sich am 4. März vor Gericht verantworten müssen, weil ihr vorgeworfen wurde, dass sie ihren Partner im Streit physisch attackiert habe. Die Anklage und Flacks damit verbundener Ausstieg bei der von ihr moderierten Sendung "Love Island", lösten harsche Kritikwellen aus.

"Ein gefundenes Fressen", schreibt Mirjam Weichselbraun dazu auf Facebook. Sie findet, dass man als Person im öffentlichen Leben nicht damit leben müssen sollte, "Zielscheibe von manchen Zeitungen und Internet Trolls" zu sein. Ein rücksichtsloser Umgang miteinander könne gefährlich werden. "Klar war ihr offener Umgang mit ihrem Privatleben wahrscheinlich problematisch, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Reaktion oft grausam war", erklärt die "Dancing Stars"-Moderatorin weiter. "Es heißt immer, eine Person, die in der Öffentlichkeit steht, muss sowas wegstecken. Man habe sich schließlich für diesen Beruf entschieden. Ich finde, Nein, das stimmt so nicht."

Generell würden viele sich am Unglück anderer "hochziehen" und gerade vonseiten der Presse herrsche oft die Einstellung, dass "Skandal-Schlagzeilen sich eben besser verkaufen. Weichselbraun bedauert in ihrem Beitrag fehlende Empathie und einen Hang zur Rücksichtslosigkeit auf die Gefühle andere Menschen. "Ich appelliere schlichtweg für mehr Empathie in unserer Gesellschaft, egal ob im Privaten oder für Personen in der Öffentlichkeit. Die geht nämlich verloren. Mitgefühl, das größer ist, als der Spott." Besonders abwertende Kommentare in den sozialen Medien seien ein großes Problem, dass die seelische Gesundheit angreifen und Erkrankungen auslösen könne.

Flack moderierte neben "Love Island" auch "The X Factor" und gewann 2014 "Strictly Come Dancing", die britische Version von Dancing Stars. In der Vergangenheit wurde sie außerdem durch Beziehungen mit Ex-One-Direction Sänger Harry Styles und Prinz Harry bekannt.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.